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Ungarn kauft MOL-Anteile von Russen zurück

Ungarn kauft MOL-Anteile zurück
(c) REUTERS (Laszlo Balogh)
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Die OMV verkaufte 2009 den 21,1 Prozent-Anteil um 1,4 Milliarden Euro. Beim Rückkauf durch Ungarn ist dieser jetzt 1,9 Milliarden wert.

Ungarn hat von der russischen Surgutneftegas den vormals von der OMV gehaltenen Anteil am ungarischen Öl- und Gaskonzern MOL zurückgekauft. Die OMV hatte ihren Anteil von gut 21 Prozent im März 2009 überraschend für 1,4 Milliarden Euro an den russischen Energiekonzern verkauft, was ihrem damaligen Chef, Wolfgang Ruttenstorfer, auch eine Klage wegen Verdachts auf Insiderhandel eingebracht hatte. Heute ist dieser Anteil 517 Milliarden Forint (1,92 Milliarden Euro) wert, berichtet die ungarische Nachrichtenagentur MTI.

Rückkauf wichtig für Ungarn

Die Transaktion sei mehr als nur ein Kauf, sagte der ungarische Premierminister Viktor Orban. Die Verhandlungen seien schwierig gewesen und hätten über ein Jahr gedauert. "Wir haben einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einem starken Ungarn gemacht, denn ein Land kann nicht stark sein, wenn es sehr verletzlich bei der Energieversorgung ist", so der Premier.

Die MOL-Aktie ist heute am frühen Nachmittag vom Handel ausgesetzt worden. Spekulationen im Vorfeld hatten den Kurs um 4 Prozent ansteigen lassen. Der Wert des 21,1-Prozent-Aktienpakets von umgerechnet 1,92 Milliarden Euro errechnet sich auf Basis eines aktuellen MOL-Kurses von 23310 Forint.

Surgutneftegas hat den Anteil von der OMV im März 2009 für 1,4 Milliarden Euro gekauft. Der Deal wurde vom MOL-Management als "unfreundlich" angesehen und auch der ungarische Präsident hatte seine Besorgnis darüber ausgedrückt. Der russische Konzern konnte aber bisher seine Stimmrechte nicht ausüben, da er nicht in das Aktienregister eingetragen wurde - laut MOL aus technischen Gründen, weil es Unklarheiten wegen der Eigentümer gegeben habe.

Surgutneftegaz-Deal brachte Insiderverdacht

Der OMV-Deal mit der russischen Surgutneftegaz kam damals recht kurzfristig zustande - so kurzfristig, dass sich der frühere OMV-Chef Wolfgang Ruttenstorfer nach einem kurz davor erfolgten Kauf von OMV-Aktien wegen Insiderverdachts vor Gericht verantworten musste. In erster Instanz wurde Ruttenstorfer Ende Jänner freigesprochen, nach einer Berufung durch die Staatsanwaltschaft geht die Causa in zweiter Instanz vor das Oberlandesgericht (OLG) Wien.

Dass die OMV grundsätzlich bei der MOL aussteigen wollte, war damals schon länger bekannt, nachdem es nicht gelungen war, beim ungarischen Ölkonzern die Mehrheit zu erreichen und man ein von der Budapester Politik ungeliebter Minderheitsaktionär war. Allerdings wollte die OMV einen angemessenen Preis für ihren MOL-Anteil. Den war schließlich - auch für die OMV überraschend - Surgutneftegaz bereit zu zahlen.

(APA)