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Der freiheitliche Wiederholungstäter

(c) APA/PARLAMENTSDIREKTION/MIKE RAN (PARLAMENTSDIREKTION/MIKE RANZ)
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Der FPÖ-Politiker Königshofer wettert gegen einen Asylwerber („Kanake“). Nicht seine erste Entgleisung im Netz.

"Ich würde diesen Kanaken schnappen, in die marokkanische Botschaft in Wien bringen und verlangen, daß er binnen 24 Stunden außer Landes gebracht wird. So muß man mit diesem Gesindel verfahren!!!“ Der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Werner Königshofer ist wieder einmal mit einem ausländerfeindlichen Eintrag im Internet negativ aufgefallen. Auf Facebook habe er seinem „überschießenden Ärger“ gegen einen straffällig gewordenen Asylwerber Luft gemacht, rechtfertigte er sich später. Er wolle Dinge eben klar aussprechen.

Das tat der 57-jährige Innsbrucker in in der ihm eigenen Diktion schon öfter: Zuletzt stand er im Verdacht, über sein E-Mail-Konto eine Nachricht an die Neonazi-Seite alpen-donau.info weitergeleitet zu haben. Auf seiner Homepage www.koenigstiger.at fand sich die Polemik „Tirol oder Türol“ – eine Hetzschrift gegen Muslime, wie die Grünen beklagten. Deren Abgeordneten Gebhard Mair hatte Königshofer im Vorjahr als „Landtagsschwuchtel“ bezeichnet. Ebenfalls 2010 riet er Kardinal Christoph Schönborn via E-Mail, sich „besser um die ,warmen Brüder'“ zu kümmern, anstatt die FPÖ-Präsidentschaftskandidatin Barbara Rosenkranz zu kritisieren.

Königshofer, Doppeldoktor aus Jus und Geschichte/Germanistik der Uni Innsbruck sowie schlagender Burschenschafter bei der Brixia, war in den 70ern Mitglied der NDP. Er sei da als 17-Jähriger lediglich „hineingestolpert“, sagte der Tiroler 1988, als die Partei wegen NS-Wiederbetätigung verboten wurde. Von 1994 bis 1999 war Königshofer im Bundesrat, seit 2008 sitzt er im Nationalrat – als Volksgruppen-Sprecher der FPÖ. pö

("Die Presse", Print-Ausgabe, 26.05.2011)