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Grasser zu Razzia: "Politisch motivierte Rache"

Grasser: Razzia
Grasser: Razzia "politisch motivierte Rache"(c) APA/ROLAND SCHLAGER (Roland Schlager)
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Der Ex-Finanzminister ist "sehr angefressen" über die Hausdurchsuchungen. Er betont, dass er keine Steuern hinterzogen habe. Für ihn sei nun "das Maß voll".

Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser reagiert verärgert auf die Hausdurchsuchungen seiner Büros und Wohnungen vom Donnerstag. Er weist den Verdacht, er habe ab dem Jahr 2003 Steuern hinterzogen, entschieden zurück. "Das ist eine politisch motivierte Rache", sagte er gegenüber der "Kronen Zeitung" (Freitagausgabe). "Ich habe nichts zu verstecken. Mein Eindruck ist, dass man hier versucht, mir um jeden Preis etwas anzuhängen."

Er sei "sehr überrascht", dass man so lange nach der Eröffnung des Verfahrens diese Hausdurchsuchung durchgeführt habe, so Grasser. Bei den Razzien ging es aber nicht um die Buwog-Ermittlungen sondern um das Finanzstrafverfahren gegen Grasser, das erst seit Dezember 2010 laufe, heißt es von der Staatsanwaltschaft Wien.

"Habe einen der besten Steuerberater"

Grasser meint zu den Vorwürfen: "Man wirft mir vor, ich hätte nicht alle Steuern korrekt beglichen, was nicht richtig ist. Ich habe einen der besten Steuerberater europaweit und habe alles zeitgerecht offengelegt." Die sehr komplexe Stiftungskonstruktion habe er nicht selber erfunden, sondern "das war ein Vorschlag meines Steuerberaters". Er habe für seine Familie vorsorgen wollen. "Und natürlich wollte ich auch Diskretion, damit nicht jede meiner unternehmerischen Tätigkeiten sofort in der Öffentlichkeit bekannt wird."

Auf die Frage, ob er nicht auch Fehler gemacht habe, sagte Grasser zur "Krone": "Vielleicht war es ein Fehler, dass ich überhaupt Finanzminister geworden bin. Oder vielleicht war es ein Fehler, wenn ich Wolfgang Schüssel zu seinem Wahlerfolg verholfen habe. Das verzeihen einem in diesem Land einige offenbar niemals."

"Das Maß ist jetzt voll"

Jedenfalls ist für Grasser "jetzt das Maß voll". Es liege der Schluss nahe, dass es "ein besonderes Interesse gibt, bei mir etwas finden zu wollen". Er werde sich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln zur Wehr setzen. Durch die Information der Staatsanwaltschaft an die Medien sei seine Wohnung in Wien von Kamerateams belagert worden, sein Sohn habe nicht unbehelligt die Schule besuchen können. Nun überlege die Familie, wie eine Wahrung der familiären Sphäre rechtlich durchgesetzt werden könne.

Grassers Anwalt Manfred Ainedter hatte zuvor erklärt, sein Mandant sei "sehr angefressen". Es sei ein "Skandal", dass die Medien über eine Presseaussendung auf die laufenden Hausdurchsuchungen aufmerksam gemacht worden seien.

(APA/Red.)