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IWF: Arabische Länder brauchen 112 Milliarden Euro

warnt milliardenschweren Finanzluecken Arabien
(c) AP (Amr Nabil)

Die Staatengemeinschaft soll finanziell helfen. Die Region müsse sich nach den Revolten auf "einen Wandel des Wirtschaftsmodells vorbereiten".

Die von den Aufständen erfassten Staaten in Nahost und Nordafrika benötigen nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds in den kommenden drei Jahren Finanzhilfen von mehr als 160 Milliarden Dollar (112,9 Mrd. Euro). "Die Region muss sich auf einen grundlegenden Wandel seines Wirtschaftsmodells vorbereiten", begründete der IWF seine Aufforderung an G-8-Staaten und reiche arabische Länder, einzuspringen.

Die führenden Industriestaaten versprachen am Freitag im normannischen Seebad Deauville, die demokratischen Reformen in Ägypten und Tunesien bis 2013 mit Hilfen in der Höhe von 20 Milliarden Dollar zu stützen.

Hoher Inflationsdruck

"In naher Zukunft muss das Vertrauen in die öleinführenden Länder wieder hergestellt werden", teilte der IWF mit. Die Staaten litten unter anderem an den weltweit steigenden Rohstoffpreisen. Staaten wie Ägypten, Jordanien, Marokko, Tunesien, Syrien und der Libanon würden wegen der höheren Lebensmittel- und Energiepreise mit einem höheren Inflationsdruck zu kämpfen haben.

Weil an den Finanzmärkten Unsicherheiten über die politische und wirtschaftliche Entwicklung herrsche, müsse die internationale Gemeinschaft in den kommenden 18 Monaten den Großteil der Hilfen stemmen. Der Fonds selbst will etwa 35 Milliarden Dollar beisteuern.

Bis zu 70 Millionen neue Jobs

Hintergrund ist, dass in den arabischen Ländern wie Tunesien oder Ägypten nicht nur der Wille nach demokratischen Reformen die Menschen auf die Straße gedrängt hat, sondern vor allem die wirtschaftliche Not gepaart mit düsteren Aussichten etwa auf einen Arbeitsplatz.

Dem IWF-Regionalbeauftragten Masud Ahmed zufolge müssen die ölimportierenden Länder in den kommenden zehn Jahren 55 bis 70 Millionen Arbeitsplätze vor allem für junge Menschen schaffen. Zugleich müsse die zugunsten der Staatsbetriebe vernachlässigte Privatwirtschaft in Schwung gebracht werden.

(APA)