"Blut und Ehre"-Tattoo: FPK-Politiker droht Haftstrafe

FPK-Politiker hat
Symbolbild Tätowierung(c) EPA (Diego Azubel)

Das Motto der Hitlerjugend prangt in altdeutschen Lettern auf dem Unterarm eines Kärntner Gemeinderates. Im schlimmsten Fall drohen zehn Jahre Haft.

Die Tätowierung eines FPK-Gemeinderates in Ebenthal bei Klagenfurt sorgt für Wirbel. Gerry Leitmann hat den Spruch "Blut und Ehre" in altdeutschen Lettern auf seinem Unterarm stehen - das Motto der Hitlerjugend während des Nationalsozialismus. 

"Ich lasse es wieder weglasern", sagte Leitmann gegenüber der "Kärntner Tageszeitung" (Sonntagausgabe). Dem Lokalpolitiker blühen womöglich strafrechtliche Konsequenzen. Eine "Blut und Ehre"-Tätowierung könnte gegen das Verbotsgesetz verstoßen, sagt Wolfgang Moringer, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Strafrecht des österreichischen Rechtsanwaltskammertages. Objektiv wäre das dann die Verwendung der Kennzeichnung einer verbotenen Organisation." Dem betreffenden Tattoo-Träger müsste allerdings der Vorsatz zur Wiederbetätigung nachgewiesen werden. In diesem Fall drohten fünf bis zehn Jahre Haft.

"Keine Ahnung, welcher Teufel ihn geritten hat"

Auch politisch dürften die Tage des Kärntner Gemeinderates gezählt sein: Der Ebenthaler Parteivorstand will am Montagabend in einer Vorstandssitzung trotzdem über Konsequenzen beraten. Das erklärte Ortsparteichef und Vizebürgermeister Christian Kau am Montag. Welche Konsequenzen es geben würde, wollte er vor der Sitzung nicht sagen, er wolle nichts präjudizieren.

Man müsse zum Einen über eine mögliche strafrechtliche Relevanz der Tätowierung reden, so Kau. "Unabhängig davon gibt es aber auch einen moralischen Aspekt." Ob er Leitmann zum Rücktritt auffordern werde, wollte der FPK-Politiker nicht sagen.

Der SPÖ-Bürgermeister von Ebenthal, Franz Felsberger, erwartet sich Konsequenzen: "Meiner Meinung nach sollte Leitmann zurücktreten". Der Chef der Bürgerliste "Wir Ebenthaler", Gemeinderat Max Felsberger, ortet gar Wiederbetätigung.

(APA)

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