Krise: Investoren sehen ziemlich schwarz

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Symbolbild(c) AP (Michael Probst)
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Während der legendäre Investmentguru Mark Mobius vor einer neuen Finanzkrise warnt, erwartet Volkswirt Nouriel Roubini - der Ökonom, der die globale Krise vorhergesagt hat - eine Korrektur auf den Aktienmärkten.

Bloomberg/red./ag. Als Optimisten kann man Börsenguru Mark Mobius nicht gerade bezeichnen. Der legendäre Investor rechnet „in Kürze“ mit einer neuen Finanzkrise, wie er sagt. Dafür hat Mobius auch eine passende Erklärung parat: Die Ursachen der Finanzkrise aus 2008 seien noch nicht beseitigt worden. Der gesamte Wert der Derivate übertreffe das weltweite Bruttoinlandsprodukt um den Faktor zehn, sagt Mobius. Das schaffe Volatilität und könnte den Aktienmärkten eine Krise bescheren.
Als Derivate werden Finanzgeschäfte bezeichnet, die sich auf einen Basiswert beziehen. Der Basiswert kann etwa eine Aktie, aber auch ein Rohstoff sein. Die Grundidee des Derivats ist es, unerwünschte Kursentwicklungen des Basiswerts mit einer Art Gegengeschäft abzufedern.
Die Finanzkrise wurde zum Teil durch den starken Anstieg von Derivaten, die an US-Subprime-Kredite gebunden waren, ausgelöst. Sie haben unter anderem den Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers verursacht.

Roubini erwartet Korrektur

Erst kürzlich war bekannt geworden, dass forderungsbesicherte Wertpapiere (Asset Backed Securities) wieder stark nachgefragt werden – auch wenn das Volumen jenes von vor der Finanzkrise bei Weitem nicht erreicht hat. Nouriel Roubini wiederum – der Ökonom hat die globale Krise vorhergesagt – glaubt, dass die globalen Aktienmärkte an der Schwelle zu einer Korrektur stehen würden, weil sich das konjunkturelle Wachstum abschwächen werde. Die Katastrophe in Japan, die Schulden in Europa, aber auch der Ölpreis werden als Erklärung angeführt. „Ich glaube, wir befinden uns an der Schwelle zur einer Marktkorrektur“, sagt Roubini.
Daten aus den USA, Europa, Japan und aus China würden den Schluss nahelegen, dass der Aufschwung an Fahrt verliert. „Bisher wurden die Kurse von Gewinnen, Umsätzen und Renditen oberhalb der Prognosen gestützt“, sagt Roubini. Doch alle drei Kennzahlen würden unter Druck stehen.

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