Zuletzt stieg der Öko-DAX deutlich an. Auf Fünfjahressicht liegt er mit 60 Prozent im Minus. Nur sieben von 31 Analysten sprechen eine Kaufempfehlung für SolarWorld aus.
Wien/Ker. Deutschland will von der Atomenergie bald nichts mehr wissen. Damit soll eine Energiewende vollzogen werden. Das gab den Herstellern von erneuerbaren Energien Auftrieb an den Börsen. Der deutsche Öko-DAX, in dem die zehn größten Solar- und Windkraftfirmen erfasst sind, legte in den vergangenen Tagen deutlich zu. Positive Nachrichten hat der Index auch bitter notwendig. Auf Jahressicht liegt er nämlich noch mit mehr als sechs Prozent im Minus. In den vergangenen fünf Jahren hat der Index um mehr als 60 Prozent an Wert verloren. Und das, obwohl ständig davon geredet wurde, dass erneuerbare Energien stark an Bedeutung gewinnen würden. Zum Vergleich: Der Leitindex Dax liegt nur mit 28 Prozent im Plus.
Das Windkraftunternehmen Nordex (ISIN: DE000A0D6554) liegt seit der Finanzkrise mit 80 Prozent im Minus (der DAX hat dagegen hat schon Vor-Lehman-Niveau erreicht). Nur zwei von 17 Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Ähnlich ist die Situation beim bekannten Fotovoltaik-Spezialisten SolarWorld(ISIN: DE0005108401). Die Aktie wurde in den vergangenen Jahren stark nach unten geprügelt. Nur sieben von 31 Analysten sprechen eine Kaufempfehlung aus.
Windkraft und Solar haben einen großen Nachteil: Sie sind kapitalintensiv, da etwa Forschung und Entwicklung teuer ist. Ohne staatliche Förderungen schaut es schlecht aus mit den Margen. Das lässt die Anleger zittern. Schließlich sind die Staatsschulden in Europa immens groß. Die Finanzminister suchen nach Einsparungsmöglichkeiten.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.06.2011)