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Hahn-Dissertation: Gutachten der Uni Wien dauert bis Herbst

HahnDissertation Gutachten Wien dauert
(c) EPA (OLIVIER HOSLET)
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Die ausländischen Wissenschaftler, die Hahns Doktorarbeit begutachten werden, stehen noch gar nicht fest. Das Gutachten von "Plagiatsjäger" Weber soll miteinbezogen werden.

Der Fall Johannes Hahn wird sich länger hinziehen, als angekündigt. Das Gutachten über die Plagiatsvorwürfe gegen Hahns Dissertation, das die Uni Wien noch für Juni angekündigt hatte, wird erst im Herbst vorliegen. Noch vor dem Sommer ein Ergebnis zu haben, sei eine „sehr optimistische Schätzung“  und „nicht abgesprochen“ gewesen, heißt es vonseiten der Österreichischen Agentur für Wissenschaftliche Integrität (OeAWI), die von der Uni Wien mit der Prüfung betraut wurde.

Das Gutachten des als „Plagiatsjäger“ bekannten Medienwissenschafters Stefan Weber, wonach Hahn rund ein Sechstel seiner Dissertation abgeschrieben haben soll, werde "auf jeden Fall" miteinbezogen, hieß es vonseiten der OeAWI. Wer Hahns Doktorarbeit begutachten soll, ist aber noch nicht ganz klar. Die OeAWI habe mehrere mögliche ausländische Wissenschafter angefragt. Einer habe bisher zugesagt und auch schon zu arbeiten begonnen. Mindestens zwei sollten es sein, im Idealfall hätte die OeAWI gerne drei Prüfer.

Drei Monate Zeit für Gutachten

Den Experten werden dann rund drei Monate Zeit gegeben, um ihre Gutachten zu verfassen. Darauf basierend gibt die Kommission der OeAWI eine Empfehlung an die Uni Wien ab. Wie die Uni die Empfehlung berücksichtigt, ist aber ihre Entscheidung. Die Uni hatte die OeAWI im April mit dem Gutachten beauftragt, nachdem erneut Plagiatsvorwürfe gegen Hahn laut geworden waren.

Die Untersuchung Webers war bereits die zweite. Auszüge der Dissertation hatte sich der "Plagiatsjäger" bereits 2007 vorgenommen. Weber hatte damals grob „schlampiges“ Belegen und Zitieren festgestellt, aber kein Plagiat nachweisen können. Die Uni Wien ließ Auszüge von einem Gutachter der Uni Zürich, dem Philosophen Peter Schulthess, untersuchen, der auch nur Nachlässigkeiten und kein Plagiat feststellte.

 

(beba/APA)