Kein Polanski in Polen: Nach Zusage folgte Absage

Kein Polanski in Polen: Absage sorgt für Unruhe
(c) REUTERS (INA FASSBENDER)

Regisseur Roman Polanski wird wegen eines Drehs nicht am Festival in Polen teilnehmen. Politiker hatten vorweg gegen den Besuch gewettert.

Roman Polanski steht wieder in den Schlagzeilen: Der aus Polen stammende Filmregisseur hat seine Teilnahme am Filmfestival in Gdynia (Polen) abgesagt. Der 77-jährige hätte Ende kommender Woche in die Stadt an der polnischen Ostseeküste kommen sollen, um einen Preis für sein Lebenswerk entgegenzunehmen. Es wäre die erste Auslandsreise Polanskis nach seiner Verhaftung wegen Vergewaltigung gewesen. Gegen den Besuch des polnisch-stämmigen Regisseurs hatten im Vorfeld mehrere rechtskonservative Politiker protestiert. Sie wiesen auf den in den USA wegen "eines durch die Gesellschaft am meisten verurteilen Verbrechens" Gesuchten hin und sprachen von einem "Skandal".

Grund der Absage: Dreharbeiten in Frankreich

Noch am Montag bestätigte Polanski die Teilnahme am Festival in seiner Heimat. Einige Tage später kam dann die Absage per Email. Am Freitag erklärte der Präsident des Festivals Jacek Bromski traurig, dass Polanski derzeit den Film "Carnage" - Christoph Waltz spielt übrigens die männliche Hauptrolle - in Frankreich dreht und daher nicht nach Polen kommen kann. Eine Absage aufgrund der (politischen) Proteste verneinte der Festival-Präsident.

Ende 2009 war der oscarprämierte Regisseur ("Der Pianist") aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen worden, als er zu einem Filmfestival in die Schweiz reisen wollte. Laut der US-Justiz soll er Ende der 70er Jahre eine Minderjährige vergewaltigt haben. 2010 verließ er nach Ende des Hausarrests sein Appartement in der Schweiz und kehrte nach Frankreich zurück.