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Dissertation: Experte wirft Pilz "Selbstplagiat" vor

Peter Pilz
Peter Pilz(c) Presse (Clemens Fabry)
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"Plagiatsjäger" Weber nimmt nun auch die Doktorarbeit des Grünen Sicherheitssprechers ins Visier. Pilz weist die Vorwürfe zurück.

Wieder ein Politiker unter Plagiats-Verdacht: Der als "Plagiatjäger" bekannte Medienwissenschafter Stefan Weber nennt die Dissertation des Grünen Sicherheitssprechers Peter Pilz ein "Selbstplagiat". Das geht aus einer Anzeige hervor, die Weber bei der Agentur für wissenschaftliche Integrität (ÖAWI) eingebracht hat.

Konkret soll Pilz eine gemeinsam mit einem zweiten Autor verfasste Studie als Dissertation eingereicht haben, ohne dies korrekt auszuweisen. Er habe in der Einleitung behauptet, seine Doktorarbeit ("Ökonomische Bedeutung der Einführung neuer Medien in Österreich", 1983) "fußt" nur auf der 1982 gemeinsam mit Hannes Werthner im Auftrag des Wissenschaftsministeriums verfassten Studie "Ökonomische Bedeutung der neuen Medien in Österreich". Dabei sei die Dissertation "wort- und satzspiegelidentisch", erklärt Weber.

Damit liege "auf alle Fälle ein (juristisch unproblematisches, aber wissenschaftsethisch verschieden interpretierbares) Selbstplagiat vor". Immerhin habe Pilz "die Studie einfach in die Dissertation hineinkopiert", so Weber. Zusätzlich könnte noch unethische Autorenschaft vorliegen: In der Dissertation werden Werthner nämlich nur gewisse Leistungen in der Empirie zugeordnet, in der Studie war er hingegen noch als gleichberechtigter Ko-Autor genannt.

Pilz weist Vorwürfe zurück

Pilz wehrt sich in der aktuellen Ausgabe der Wochenzeitung "Falter" gegen die Vorwürfe: Da er darauf hinweise, dass die Dissertation schon als Studie veröffentlicht wurde, handle es sich um kein Selbstplagiat. Und da die Arbeit seines Studienpartners Werthner korrekt als Fremdleistung ausgeschildert worden sei, liege auch kein Diebstahl geistiger Arbeit vor.

Erst vor wenigen Wochen hatte Weber für die Grünen ein Gutachten erstellt, wonach EU-Kommissar Johannes Hahn (ÖVP) ein Fünftel seiner Dissertation abgeschrieben habe. Hahn sei ein "Doktoratsschwindler", so damals Pilz' Schluss aus dem Gutachten.

(APA/Red.)