Die Stadt Wien liegt bei einem europäischen Städtevergleich in puncto Qualität der Infrastruktur auf Platz vier - nach den Hauptstädten Amsterdam, London und Madrid. Osteuropa ist indes auf der Überholspur.
Wien. Wiens Manager stellen den Infrastrukturbereichen Forschung und Entwicklung, Bahn/Schiene, Post, Schifffahrt und Luftfahrt ein schlechtes Zeugnis aus. Diese Bereiche haben im aktuellen Infrastrukturreport von Future Business Austria (FBA) besonders schlecht abgeschnitten. 100 Wiener Manager konnten bei der Befragung ihre Beurteilung über die Wiener Infrastrukturbereiche im internationalen Vergleich abgeben. Dazu wurde der Saldo aus „Besser“- und „Schlechter“-Antworten ermittelt.
Der Bereich Bildung und Forschung schnitt mit minus 34 Prozentpunkten am schlechtesten ab, gefolgt von Bahn/Schiene (minus 30Prozent), Post (minus 23), Schifffahrt (minus 22) und Luftfahrt (minus 13). Zufrieden sind die Befragten hingegen mit den Bereichen Energie (plus 17), Informations- und Kommunikationstechnologien (elf) und Straße (neun). Bei einem europäischen Städtevergleich liegt die Wiener Infrastruktur auf Platz vier – nach Amsterdam, London und Madrid. „Man muss dabei aber beachten, dass vor allem die osteuropäischen Städte enorm aufholen, etwa Prag. Wien nähert sich langsam dem Durchschnitt anderer Länder an“, sagt Roland Falb, Unternehmensberater und Mitautor der Studie, die gestern, Mittwoch, präsentiert wurde.
Gesamtkonzept fehlt
Die befragten Manager stellen der Politik in Sachen Infrastruktur ein ebenfalls wenig erfreuliches Zeugnis aus. 57 Prozent der Befragten vermissen in Wien eine Gesamtstrategie für Infrastruktur. In Österreich fehlt diese gar für 70 Prozent. Die befragten Manager sehen „akuten Handlungsbedarf“ und fordern einen Masterplan Infrastruktur bis ins Jahr 2030.
Weiters fordern Manager unter anderem eine bessere Verbindung zwischen Wien und Bratislava und die dritte Piste am Flughafen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2011)