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Sparkurs: Verschärfung bremst Pflegegeldbezug

(c) APA/BARBARA GINDL (BARBARA GINDL)
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In diesem Jahr wurden bislang weniger neue Bezieher des Pflegelds verzeichnet, überraschenderweise sind auch die Anträge rückläufig. ÖVP-Warnung an Hundstorfer vor "Schnellschüssen" statt weiteren Reformpakets.

Wien. Wer Pflegegeld in den beiden ersten – niedrigsten – Stufen erhalten will, muss dafür seit Anfang dieses Jahres strengere Anforderungen erfüllen. Der Budgetsparkurs 2011 hat Folgen: Im ersten Quartal verzeichnete die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) einen starken Rückgang an Neuzuerkennungen beim Pflegegeld.

Von Jänner bis März gab es heuer mit 8818 neuen Beziehern von Pflegegeld in den Stufen 1 und 2 (zu diesen gehört die Mehrzahl der rund 430.00 Bezieher) um 2521 weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Diese ersten Zahlen nannte die PVA der „Presse“.

 

ÖVP-Senioren gegen Minister

Während dies mit verschärften Regeln beim Pflegebedarf erklärt werden kann, ist auch die Zahl der Anträge um 3502 auf 14.254 abgesunken. Selbst die PVA kann dafür noch keinen Grund nennen.

Der ÖVP-Seniorenbund kritisiert Sozialminister Rudolf Hundstorfer und warnt ihn vor „Schnellschüssen“. Grund ist ein „Presse“-Bericht vom Mittwoch, dass der SPÖ-Ressortchef ohne Abwarten des Endberichts der Expertengruppe ab 2012 Pflegepersonal als Gutachter bei der Einstufung beiziehen will. Seniorenbund-Vize Ingrid Korosec lehnt das nicht ab, weil dies Jobs für Pflegekräfte schafft, ist aber gegen „Einzelaktionen“ vor einem Reformpaket bis Ende 2012.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2011)