Wiener Börse: ATX verliert auf Wochensicht

Die europäischen Börsen haben zum Wochenausklang einheitlich in der Verlustzone geschlossen. Auf Wochensicht hat der ATX ein Minus von zwei Prozent erlitten.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei durchschnittlichem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 11,11 Punkte oder 0,41 Prozent auf 2.707,50 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 13 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.720 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -1,22 Prozent, DAX/Frankfurt -1,25 Prozent, FTSE/London -1,54 Prozent und CAC-40/Paris -1,89 Prozent.

Die europäischen Börsen haben zum Wochenausklang einheitlich in der Verlustzone geschlossen. Auf Wochensicht hat die Wiener Börse sogar ein Minus von rund zwei Prozent erlitten. Börsianer konnten heute für die späten Verluste in Wien keine hausgemachten Gründe erkennen. "Der Ölpreis fällt kräftig, die Wall Street und die Frankfurter Börse befinden sich im Sinkflug und das belastet auch den Wiener Markt", kommentierte ein Wiener Händler kurz vor Sitzungsende.

Nach einem festen Tagesverlauf drehten die Aktien der voestalpine im späten Handel noch klar in die rote Zone. Dabei hatten die Wertpapierexperten der UniCredit das Papier von "hold" auf "buy" hochgestuft, und sowohl Kursziel als auch Ergebnisschätzung erhöht. Zudem zählten die Analysten die voest zu ihren "top picks" bei den europäischen Stahlaktien. Die Titel büßten trotzdem 1,05 Prozent auf 34,97 Euro ein.

Stärkster Wert im prime market waren die Anteilsscheine des Autozulieferers Polytec. Die Titel schlossen um 7,50 Prozent höher bei 8,03 Euro. Am Donnerstag nach Börsenschluss hatte die Polytec den Verkauf der "Interior"-Sparte an Toyota Boshoku Europe bekannt gegeben. Das Segment erwirtschaftete im vergangenen Jahr 340 Mio. Euro und wurde wegen "den geringen Perspektiven" und "dem extrem hohen Wettbewerbsdruck" abgegeben, hieß es.

Die Aktienkurse der heimischen Banken rücken indes näher zusammen. Titel der Erste Group schlossen um 0,26 Prozent höher bei 34,06 Euro, während Raiffeisen International um 1,59 Prozent auf 34,44 Euro verloren. Nach den jüngsten Kursverlusten der Raiffeisen Bank ist die Preisdifferenz klar zusammengeschmolzen. Noch nie war die Aktie der Erste Group mehr wert als jene der Branchenkollegin.

Der Baukonzern Strabag hat zum Wochenausklang seine Hauptversammlung abgehalten. Dort gab unter anderem der stellvertretende Strabag-Chef Fritz Oberlerchner bekannt, dass die Geschäfte in Libyen noch längere Zeit ruhen werden. Die Umsatzeinbußen sollen aber durch stärkere Aktivitäten in anderen Regionen, wie Nordosteuropa, ausgeglichen werden.

Für alle jene österreichischen Privataktionäre, welche die Strabag-Aktie seit dem Börsengang 2007 halten, soll es nun eine Treue-Prämie in noch unbekannter Höhe geben. Bei der heutigen Hauptversammlung wurde zudem der Vorstand zum Erwerb eigener Aktien im Ausmaß von bis zu 10 Prozent des Grundkapitals berechtigt. Die Titel stiegen um 3,21 Prozent auf 21,25 Euro an.

(APA)

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