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Nach Strauss-Kahn: Trio rittert um IWF-Chefposten

Nach StraussKahn Trio rittert
(c) AP (Francisco Seco)
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Neben der Französin Lagarde und dem Israeli Fischer will auch Mexikos Notanbankchef Agustin Carstens den Währungsfonds leiten. Derzeit gilt Lagarde als Favoritin.

Derzeit ringt ein Trio um die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn, der nach Vergewaltigungs-Vorwürfen von der Spitze des IWF zurückgetreten war: Die französische Finanzministerin Christine Lagarde, der mexikanische Notenbankchef Agustin Carstens und seit dem Wochenende auch der Gouverneur der israelischen Zentralbank, Stanley Fischer. Als Favoritin gilt allerdings Lagarde.

Kandidatur in letzter Minute

Israels Zentralbankchef Fischer hatte seine Bewerbung für den IWF-Chefposten in letzter Minute eingereicht. Die Bewerbungsfrist war am Samstag abgelaufen. Fischer spricht mit Blick auf seine Kandidatur von einer "außergewöhnlichen" Gelegenheit und wirbt für sich mit seiner Qualifikation als hoch angesehener Ökonom. Seine Chancen werden aber als gering eingeschätzt, weil Lagarde wie auch Carstens bereits seit Wochen international die Werbetrommel in eigener Sache rühren.

Ein Problem ist zudem das Alter Fischers. Laut IWF-Statuten dürfen Bewerber für das Amt nicht älter als 65 sein, Fisher ist zwei Jahre älter. Dies bedeutet, dass der IWF vor einer Billigung der Kandidatur Fischers eine Entscheidung über eine Änderung der Statuten treffen oder aber seine Kandidatur ablehnen müsste.

Französin als Favoritin

Als klare Favoritin auf den IWF-Chefposten gilt allerdings die Französin Lagarde. Viele meinen, dass hinter den Kulissen die Würfel schon zu ihren Gunsten gefallen sind. Der Verwaltungsrat will bis zum 30. Juni über die Besetzung des Spitzenamts entschieden haben.

Die Unterstützung der Europäer für Lagardes Bewerbung gilt als sicher, auch die Länder Afrikas stehen offenbar nunmehr geschlossen hinter der Französin. Lagarde erhielt inzwischen auch Unterstützung von Ägypten, wie Außenminister Nabil al-Arabi in Kairo sagte.

Dagegen hielten sich bisher vor allem Indien und China zurück. Die USA als größter Anteilseigner äußerten sich zunächst nicht, wen sie bevorzugen. Nach bisheriger Tradition wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank als Schwesterorganisation dagegen von einem US-Amerikaner. Gegen diese Regelung gibt es aber zunehmend Kritik aus den aufstrebenden Ländern Asiens und Lateinamerikas.

(Ag.)