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Deutsch für Integration nicht erfüllt: Erste Ausweisung seit 2009

Die Vorschriften zur Integration von Ausländern werden ab Juli verschärft. Bisher waren Sanktionen äußerst selten.

Wien/Apa. Erstmals seit August 2009 kam es im heurigen April zur Ausweisung eines Ausländers, weil dieser die Integrationsvereinbarung in Österreich nicht erfüllt hat. Das zeigt die Fremdenstatistik des Innenministeriums. Insgesamt sind Ausweisungen wegen fehlender Deutschkenntnisse eine Seltenheit. 2009 wurde drei Personen ein entsprechender Bescheid zugestellt. Zumindest einer der drei Betroffenen holte allerdings den Deutschtest doch noch rechtzeitig nach und absolvierte ihn positiv.

Ab Anfang Juli dieses Jahres werden die Anforderungen bei der Integrationsvereinbarung verschärft: Ab diesem Zeitpunkt müssen Zuwanderer schon nach zwei statt bisher nach fünf Jahren das Deutschniveau A2 (dazu gehört das Verfassen persönlicher Briefe oder das Verstehen einfacher Durchsagen) erreichen. Will jemand dauerhaft in Österreich bleiben, muss der Betroffene das Sprachniveau B1 erreichen. Dabei muss er sich zusammenhängend über vertraute Themen und Interessengebiete äußern können.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.06.2011)