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Oberstufen-Reform: Aufsteigen mit bis zu drei Fünfern

OberstufenReform Aufsteigen drei Fuenfern
(c) APA (Harald Schneider)
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Die Details der Oberstufenreform sind fix. Bis zu drei Fünfer können künftig durch Leistungskurse ausgebessert werden. In Kraft treten soll das Modell ab Herbst 2012.

Etwa zehn Prozent der Oberstufenschüler sind im derzeitigen System nicht berechtigt, in die nächste Schulstufe aufzusteigen, künftig sollen es deutlich weniger sein. Schüler der AHS-Oberstufe und berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) sollen nur dann eine Klasse wiederholen, wenn sie in mehr als drei Fächern negativ sind. Ansonsten müssen nur noch einzelne Module wiederholt werden, in die der Semesterstoff künftig unterteilt wird.

Die wichtigsten Punkte im Detail:

Zeitplan. Ab dem Schuljahr 2012/13 sollen schrittweise alle Schulen umgestellt werden, mit September 2016 sollen dann alle 800 Oberstufenstandorte in Österreich auf das Modulsystem umgestellt haben. Am Montag geht der Gesetzesentwurf in Begutachtung.

Modulsystem. In jedem Fach der Oberstufe wird es pro Semester mindestens zwei Module geben, die sich am Lehrplan orientieren, aber nicht zentral vorgegeben, sondern am Schulstandort entwickelt werden. Ein Lehrstoffgebiet wird am Ende des Semesters abgeprüft, schafft ein Schüler ein Modul nicht, kann er die Prüfung drei (oder mit Zustimmung des Direktors vier Mal) wiederholen.

Prüfer aussuchen. Beim dritten oder vierten Prüfungsantritt sollen die Schüler außerdem die Möglichkeit haben, sich von einem anderen als dem Klassenlehrer prüfen zu lassen. Es gehe oft auch um "Beziehungsgeschichten" zwischen Schüler und Lehrer, so SP-Bildungssprecher Elmar Mayer.

Lerncoach. Jene, die Prüfungen wiederholen müssen, können sich einen Lerncoach suchen und Förderkurse besuchen. Der Förderunterricht soll außerhalb des Regelunterrichts stattfinden. Ein negatives Modul kann dabei auch erst im nächsten Semester bzw. Schuljahr ausgebessert werden.

Positive Noten bleiben. Schließt ein Schüler in mehr als drei Fächern negativ ab, muss er eine ganze Klasse wiederholen. Die positiven Abschlüsse der anderen Fächer bleiben aber erhalten. So muss man diese zwar  man kann sich aber nicht verschlechtern: Man bekommt mindestens die (positive) Note des Vorjahres.

Kurse für Begabte. Für Begabte soll es eigene Förderkurse geben. Schüler können auch den Abschluss einzelner Unterrichtsgegenstände vorziehen können, und damit im entsprechenden Fach früher zur Matura antreten können.

Ab 9. oder 10. Schulstufe. Schulen können das Modulsystem ab der neunten oder zehnten Klasse anbieten.

Kostenneutral. Zusätzliche Kosten sollen trotz des Mentor- und Fördersystems nicht entstehen. Schmied verwies darauf, dass durch den Entfall von Klassenwiederholungen viel Geld eingespart werde. Laut "Milchmädchenrechnung" seien es bei 5000 Schülern zwischen 35 und 40 Mio. Euro pro Schuljahr - "davon lassen sich sehr viele Förderkurse finanzieren".

Keine zusätzlichen Lehrer. Durch die "raschere Durchlaufzeit" (Schmied) seien auch keine zusätzliche Lehrer nötig. Dass jene, die als Coach im Einsatz sind, dafür zusätzlich entlohnt werden ist dabei für Schmied "nahezu selbstverständlich" - auch wenn mit der Gewerkschaft noch keine Gespräche geführt wurden. In Summe handle es sich dabei aber um kleine Beträge.

Schulversuche. Das Modell orientiert sich an bereits bestehenden Schulversuchen an AHS- und BMHS-Standorten. Derzeit sind 27 Schulen in ganz Österreich beteiligt, im Herbst sollen 15 weitere Standorte hinzukommen. An den derzeitigen Standorten seien 60 Prozent der Klassenwiederholungen vermieden worden.

9400 Sitzenbleiber. Insgesamt wiederholen in Österreich jedes Jahr 9400 Oberstufenschüler ein Schuljahr, das sind rund zehn Prozent (zum Vergleich: an Hauptschulen sind es 1,6 Prozent, an AHS-Unterstufen vier Prozent).

(APA/beba)