Metal-Festival: Drei rechtsextreme Bands ausgeladen

Metal-Festival: Drei
(c) REUTERS (STRINGER Mexico / Reuters)

Drei der 20 zum Northern Lights Festival geladenen Bands dürfen nicht auftreten. Die Black-Metal-Veranstaltung wird trotz herber Kritik aber stattfinden.

[Linz] „Ich habe das Festival genehmigt", erklärt Karl Jaksch im Gespräch mit der „Presse". Trotz anhaltender Kritik wegen rechtsextremer Verdachtsfälle rund um angekündigte Bands des Black-Metal-Festivals Northern Lights will der Bürgermeister der Mühlviertler Gemeinde Reichenthal an der umstrittenen Veranstaltung festhalten: „Wir haben das Northern Lights Festival schon zweimal in Reichenthal gehabt, und es hat noch nie Probleme gegeben", argumentiert Jaksch: „Im Gegenteil: Unsere Nahversorger und Wirtshäuser haben bisher immer davon profitiert."

Etwa 2000 Besucher werden in diesem Jahr erwartet. Allerdings sei nach einer Aussprache zwischen ihm, der Veranstalterin des Festivals und Beamten des Verfassungsschutzes, die gestern, Mittwoch, stattfand, vereinbart worden, dass drei der 20 geladenen Bands von der Festivalliste gestrichen werden. Es sind jene Musikgruppen, die auch von der Sicherheitsdirektion geprüft und schließlich als verbotsgesetzwidrig eingestuft worden sind. Unter anderem eine ukrainische Band, die als Hauptact auftreten sollte und ihre Musik selbst als „das Ertönen schrecklicher Schlachtrufe von arischen Kriegern und wütenden Aufschrei arischer, archetypischer, wölfischer Natur" bezeichnet.

Ruf nach Absage des Festivals

Neonazistische Tendenzen, die sich in solchen Texten, in Bandideologien oder dem Auftreten der Musiker widerspiegeln, sind seit Längerem innerhalb der Metal-Szene unter dem Begriff des National Socialist Black Metal (NSBM) zusammengefasst. Die Rufe, Veranstaltungen, die in die Nähe des NSBM rücken, generell nicht zuzulassen, wurden zuletzt immer lauter: „Wir müssen diesen Verbreitungskanal für Rechtsextremismus ganz dringend schließen und ein Einsickern dieses fatalen Gedankengutes in die Gesellschaft und hier vor allem in die Jugendkultur verhindern", meinte etwa die grüne Landtagsabgeordnete Maria Buchmayr. Grüne, SPÖ, KPÖ, ÖH Linz, das Mauthausen Komitee und der ÖGB haben ein Verbot der Veranstaltung gefordert. Die SJ kündigte in einer Presseaussendung eine „antifaschistische Kundgebung" an. Die oberösterreichische SP-Abgeordnete Sonja Ablinger forderte von VP-Landeshauptmann Josef Pühringer „klare Worte".

Jaksch beeindruckt das alles wenig. Die Kritik am Festival, das am 24. und 25. Juni stattfindet, sei von „extrem links stehenden Kreisen" initiiert worden: „Wir haben jetzt aber auch eindeutig festgelegt: Das ist eine unpolitische Veranstaltung." An einen Imageschaden für sich oder seine Gemeinde glaubt der VP-Politiker nicht: „Im Gegenteil: Ich glaube eher, dass die Reichenthaler sehr wütend über die ungerechtfertigten Reaktionen zu dem Festival sind."

(APA/Red.)

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