Pröll verteidigt vor U-Ausschus Hypo-Rettung

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Der Ex-Finanzminister sei in den Verhandlungen "mit dem Rücken zur Wand gestanden". Bei einer Pleite hätten Sparer ihr Geld verloren und 6000 Mitarbeiter ihren Job.

Wien/Klagenfurt/Apa. Der ehemalige Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) hat am Mittwoch vor dem Hypo-U-Ausschuss im Klagenfurter Landtag die Rettung der Kärntner Hypo im Jahr 2009 verteidigt. Eine Pleite wäre einem „Lehman 2“ gleichgekommen. Er selbst habe aber immer erklärt, dass die Eigentümer für die Bank verantwortlich seien. „Ich wollte die Bank nicht kaufen.“

Er sei jedoch in die Verhandlungen gegangen, „ohne ein einziges Ass im Ärmel“ zu haben. Wegen der „unvorstellbaren“ Landeshaftung sei er mit dem Rücken zur Wand gestanden. Bei einer Pleite hätten Sparer ihr Geld verloren und 6000 Mitarbeiter ihren Job. Außerdem wäre das Budgetdefizit um sieben Prozent gestiegen. Kritik richtete Pröll gegen die ehemaligen Eigentümer der Bank, also die BayernLB, die Grazer Wechselseitige und das Land Kärnten. „Die drei Eigentümer haben sich 2009 von der Verantwortung verabschiedet.“

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder (SPÖ) erklärte am Nachmittag, er hoffe, dass sich am Ende für den Bund eine „schwarze Null“ ergeben werde. Auch er verteidigte die Rettung der Hypo Alpe Adria. Ein Konkurs hätte allen Banken massiv geschadet. Trotzdem wäre es ihm lieber gewesen, wenn die Eigentümer die Bank mit ausreichend Kapital ausgestattet hätten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.06.2011)

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