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US-Präsidentschaftskandidat zweifelt an Goldreserven

Ron Paul
AP (Charlie Neibergall)
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Der Republikaner Ron Paul fordert eine Überprüfung der US-Goldbestände. Die Qualität der Barren sei vielleicht nicht mehr so hoch, wie behauptet wird.

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Ron Paul fordert eine unabhängige Überprüfung der Bestände, die im US-Goldspeicher Ford Knox lagern. Das berichtet Ftd.de. Eine ernsthafte Kontrolle habe es wohl seit 60 Jahren nicht mehr gegeben, kritisierte Paul im Herbst auf einer Konferenz des Edelmetallhändlers Kitco. Auf einem auf seiner Website veröffentlichtem Interview heißt es: "Es wäre für das amerikanische Volk schon schön zu wissen, wie viel Gold dort wirklich ist".

Pauls Misstrauen richtet sich gegen die US-Notenbank Federal Reserve: Er schreibt ihr auf seiner Website nicht nur die Hauptverantwortung für die Finanzkrise zu, er deutet auch an, dass sie einen Teil der Barren ausgetauscht haben könnte, um notleidende Banken zu unterstützen. "Ich denke, das Gold ist wahrscheinlich noch da, aber die Qualität ist möglicherweise nicht mehr so hoch, wie sie behaupten", heißt es in einem Interview auf seiner Homepage.

Überprüfung dauert pro Barren 30 Minuten

Das US-Finanzministerium schätze die Kosten einer Überprüfung auf 15 Millionen Dollar, berichtet der TV-Sender CNBC unter Berufung auf interne Dokumente. Einen einzigen Barren auf seinen Goldgehalt zu testen, erfordere rund 30 Minuten - für die Kontrolle des gesamten Bestandes müssten 400 Menschen ein halbes Jahr lang arbeiten.

Die Untersuchung der Goldreserven soll nach den Vorstellungen Ron Pauls nur Teil einer umfassenden Durchleuchtung der Fed sein. Mit einer Kampagne dafür ist er schon einmal im Kongress gescheitert. Nach dem Wahlsieg der Republikaner bei den Kongresswahlen im November formulierte Paul eine neue Gesetzesinitiative. Sie werde von 155 der 435 Abgeordneten im Repräsentantenhaus unterstützt, schreibt er in seinem Aufruf "Audit the Fed". "Der Sieg ist in greifbare Nähe gerückt."

Fort Knox

Das Fort Knox ist ein Stützpunkt der US-Army im Bundesstaat Kentucky. Seit 1937 lagern hier in einem legendären Speicher tausende Gold- und Silberbarren. Das Finanzministerium schätzte im September 2010 die Goldreserven auf einen Marktwert von 321 Milliarden US-Dollar – seitdem ist der Goldpreis noch einmal um rund 15 Prozent gestiegen.

Die weltweit größten Goldreserve befindet sich übrigens in der Federal Reserve Bank of New York: Dort bunkern unter anderem ausländischer Staatsbanken oder der IWF ihr Gold. Im Fort Knox befindet sich ausschließlich Gold im Besitz der USA.

(Red.)

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