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Griechenland: Berlin und Paris ziehen an einem Strang

Deutschland und Frankreich einigen sich bei Griechenland-Hilfe
(c) EPA (Michael Kappeler)
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Der Weg für eine freiwillige Beteiligung privater Gläubiger an der griechischen Schuldenkrise ist grundsätzlich frei. Merkel will bei neuen Hilfen für Athen keine Zeit verlieren.

Deutschland und Frankreich fordern eine rasche Lösung für ein zweites Griechenland-Rettungspaket. Bei der Beteiligung privater Gläubiger sind sie sich einig: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy betonten am Freitag bei einem Treffen in Berlin, die freiwillige Beteiligung Privater müsse im Einvernehmen mit der EZB erfolgen. Diese steht der deutschen Initiative eher skeptisch gegenüber. Sarkozy sprach nun von einem "Durchbruch".

Merkel will bei neuen Milliardenhilfen für Athen keine Zeit verlieren. Die Probleme des Landes und der Eurozone sollten rasch geklärt werden. "Je schneller wir sie lösen, umso besser." Deutschland und Frankreich seien fest entschlossen, die gemeinsame Währung zu verteidigen. "Wir werden alles tun, um den Euro zu erhalten und zu stützen", sagte Merkel. Zuvor hatte es geheißen, dass seitens Deutschlands eine Verschiebung des zweiten Rettungspakets auf September möglich wäre.

Zweites Rettungspaket im Juli

Wie bereits am Donnerstag bekannt wurde, wird das zweite Rettungspaket höchstwahrscheinlich nicht beim Euro-Finanzministertreffen am Sonntag und Montag aufgestellt. Die Minister werden lediglich die Mitte Juli anstehende fünfte Tranche von zwölf Milliarden Euro aus dem ersten Griechenland-Hilfspaket sicherstellen, hieß es aus EU-Kreisen.

Der früheste Zeitpunkt für das Erarbeiten eines zweiten Pakets ist damit wohl der übernächste EU-Finanzministerrat am 11. Juli in Brüssel zu sein.

Griechenland hatte im vergangenen Jahr internationale Notkredite über 110 Milliarden Euro gewährt bekommen. Inzwischen ist jedoch klar, dass weitere Hilfen notwendig sind, um das Land vor dem Bankrott zu bewahren. Streitpunkt ist bisher eine Beteiligung privater Gläubiger, wie sie etwa von Deutschland gefordert wird. Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte vorgeschlagen, die Laufzeiten für griechische Staatsanleihen um sieben Jahre zu verlängern. Das ging Frankreich zu weit.

(APA)