Die Hoffnungen auf eine Einigung zur Griechenland-Rettung beflügelt die europäischen Börsen. Erste Group reduziert das OMV-Kursziel auf 40 Euro.
Die Wiener Börse hat sich heute, Freitag, am Nachmittag bei hohem Volumen mit gut behaupteter Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 2699,89 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 1,55 Punkten bzw. 0,06 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,49 Prozent, FTSE/London +0,52 Prozent und CAC-40/Paris +1,15 Prozent.
Nach einem schwachen Vormittagshandel konnte der ATX am frühen Nachmittag dem europäischen Umfeld in den grünen Bereich folgen. In der Früh hatten erneut Sorgen um die Griechenlandkrise die europäischen Leitbörsen belastet. Später trieben hingegen Hoffnungen auf eine Einigung bezüglich des zweiten Griechenland-Hilfspakets die Kurse an. Nach einem Treffen in Berlin forderten die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nikolas Sarkozy eine rasche Lösung für das Rettungspaket. Auch eine freiwillige Beteiligung privater Gläubiger ist nun wieder im Gespräch.
Der große Verfallstermin auf Optionskontrakte, der sogenannte "Hexensabbat" hatte hingegen keine nennenswerten Auswirkungen auf den Handel an der Wiener Börse, berichteten Marktteilnehmer. Die Nachrichtenlage zeigte sich indessen eher schwach. Unter den Indexschwergewichten zeigten sich Raiffeisen (plus 1,85 Prozent auf 33,88 Euro) und voestalpine (plus 1,00 Prozent auf 35,41 Euro) deutlich höher.
In der Früh gaben die Analysten der Erste Group eine Neueinschätzung zu OMV bekannt. Das Kursziel für die Titel des Ölkonzerns wurden von 44,50 Euro auf 40 Euro reduziert, das Anlagevotum "buy" bleibt hingegen aufrecht. Begründet haben die Analysten ihre Neueinschätzung mit den Unruhen in Nordafrika, welche Öl-Produktionsstopps in Libyen und Jemen zur Folge hatten. Die Performance der Aktien wäre dadurch geschwächt worden, hieß es. OMV zeigten sich am frühen Nachmittag mit einem Zuschlag von 0,63 Prozent auf 28,78 Euro.
Am unteren Ende der Kursliste fanden sich Strabag. Die Titel des Baukonzerns verbilligten sich um 2,57 Prozent auf 20,87 Euro. Allerdings ist hier der Dividendenabschlag in Höhe von 0,55 Euro zu berücksichtigen.
In der Verlustzone tendierten auch Verbund. Der Versorger gab in der Früh bekannt, in Rumänien mit dem Bau einer der größten Windparkanlagen des Landes begonnen zu haben. Der Wert der Gesamtinvestition beläuft sich auf "mehrere hundert Millionen Euro", hieß es. Verbund sanken um 0,82 Prozent auf 31,97 Euro.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX gegen 14.10 Uhr bei 2701,59 Punkten, das Tagestief lag knapp nach 11.00 Uhr bei 2.666,72 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 0,03 Prozent bei 1.312,75 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 14 Titel mit höheren Kursen, 24 mit tieferen und keiner unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 12.211.483 (Vortag: 4.442.475) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 373,809 (171,44) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 1.133.971 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 76,35 Millionen Euro entspricht.
(APA)