ATX geht mit Kursgewinnen ins Wochenende. Impulsloser "Hexensabbat": Hoffnung auf Einigung zum Griechenland-Hilfspaket beflügelt.
Die Wiener Börse hat die Sitzung am Freitag bei hohem Volumen mit höheren Notierungen beendet. Der ATX stieg 8,54 Punkte oder 0,32 Prozent auf 2.706,88 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund sieben Punkte über der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.700 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,60 Prozent, DAX/Frankfurt +0,75 Prozent, FTSE/London +0,28 Prozent und CAC-40; Paris +0,82 Prozent.
Nach einem schwachen Vormittagshandel und einem laut Händlern eher impulslosen großen Verfallstermin auf Optionskontrakte, dem sogenannten "Hexensabbat", folgte der ATX am frühen Nachmittag den europäischen Leitbörsen in die Gewinnzone und konnte sich dort bei hohen Umsätzen bis Handelsschluss halten. In der Früh drückten einmal mehr Sorgen um die Griechenlandkrise auf die Märkte, später beflügelten dann aufkeimende Hoffnungen auf eine Einigung bezüglich eines zweiten Griechenland-Rettungspakets die Kurse.
Von besonderer Bedeutung war in diesem Zusammenhang das Treffen zwischen der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel und dem französischen Staatspräsidenten Nikolas Sarkozy, bei welchem über mögliche Lösungen in der Griechenlandkrise beraten wurden. Beide Länder sprachen sich schließlich für eine freiwillige Beteiligung privater Gläubiger an der griechischen Schuldenkrise aus und suchen nun die Zustimmung der Europäischen Zentralbank (EZB). Bei der nächsten Krisensitzung der Finanzminister in der kommenden Woche könnte es bereits zu einer Einigung kommen, hieß es.
Unter den Indexschwergewichten zeigten sich Andritz (plus 3,78 Prozent auf 72,44 Euro) und Raiffeisen (plus 1,98 Prozent auf 33,93 Euro) klar fester. Auch Erste Group konnten zum Wochenausklang noch ein Kursplus von 0,93 Prozent auf 34,31 Euro einfahren. Der europäische Bankensektor zeigte sich im Branchenvergleich ebenfalls deutlich in der Gewinnzone.
Mit einem minimalen Minus gingen Wienerberger ins Wochenende, die Titel sanken 0,04 Prozent auf 13,00 Euro. Die Ratingagentur Moody's hat die angekündigte Anleihe des Unternehmens mit einem Volumen von mindestens 100 Mio. Euro vorläufig mit Ba1 und einem negativen Ausblick geratet. Darüber hinaus gab der Ziegelkonzern heute bekannt, dass der US-Pensionsfonds TIAA-CREF Investment Management, LLC nun insgesamt 5,9 Millionen Aktien bzw. 5,02 Prozent an der Wienerberger hält.
OMV tendierten hingegen mit einem knappen Plus plus von 0,02 Prozent auf 28,60 Euro aus dem Handel. Bereits in der Früh gaben die Analysten der Erste Group die Reduktion des OMV-Kursziels von 44,50 Euro auf 40 Euro bekannt. Die Kaufempfehlung "buy" bleibt indessen aufrecht. Begründet haben die Analysten ihre Neueinschätzung mit den Unruhen in Nordafrika, welche Öl-Produktionsstopps in Libyen und Jemen zur Folge hatten. Die Performance der Aktien wäre dadurch geschwächt worden, hieß es.
Am untersten Ende der Kursliste fanden sich Strabag. Die Titel rutschten um 4,62 Prozent auf 20,43 Euro ab. Für die Papiere des Baukonzerns war jedoch heute ein Dividendenabschlag in Höhe von 0,55 Euro zu berücksichtigen.
(APA)