Geldvernichtung durch IPOs

Geldvernichtung durch IPOs
Geldvernichtung durch IPOs(c) Www.BilderBox.com
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Börsengänge sind eine feine Sache - aber derzeit nicht für Anleger. Bei praktisch allen IPOs der jüngsten Zeit haben die "Kleinen" schwer draufgezahlt.

Wer beispielsweise Lenzing geordert hat, ist in dieser Woche gleich am ersten Tag mit einem satten Minus ins Aktionärsleben gestartet.

Das ist aber ausgesprochen harmlos gegen das, was derzeit in den USA im Bereich Internet/Social Media abläuft. Dort werden Kleinanleger, die sich schnelle Gewinne mit hoch gehypten Kursraketen versprechen, regelrecht abgezockt.

Das Schema haben die jüngsten Börsengänge von LinkedIn und Pandora Media vorgegeben: Börsengänge werden von medialen Trommelwirbeln der Marke „Google II“ begleitet, gleichzeitig wird das Angebot künstlich verknappt. Die paar Aktien schieben einander die Investmentbanken zu. Kleinanleger werden an die Börse verwiesen.

Die Unbelehrbaren unter ihnen erteilen dann am ersten Börsentag unlimitierte Kaufaufträge – und werden von den Profis gnadenlos abgezockt. Die LinkedIn Aktie (Ausgabepreis: 45 Dollar) schoss am ersten Tag auf bis zu 124 Dollar hoch – und notiert jetzt, ein paar Wochen später, bei 65,53. Verlust für die, die an der Spitze gekauft haben: bisher 47,15 Prozent.

Noch schneller hat es die Investoren diese Woche beim Internetradio Pandora erwischt. Der Kurs schoss am ersten Tag vom Ausgabepreis (16 Dollar) auf 26 Dollar hoch – um dann nur noch zu fallen. Zuletzt stand das Papier am Freitag bei 13,40 – ein Verlust von 48,4 Prozent in drei Tagen. Kursziel: 5,50 Euro.

Fazit: Kleinanleger sollten IPOs bis auf Weiteres schlicht meiden. Man muss sein Geld ja nicht vorsätzlich vernichten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2011)


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