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Spanien: Hundertausend protestieren gegen Regierung

Spanien: Hundertausend protestieren gegen Regierung
Spanien: Hundertausend protestieren gegen Regierung(c) Reuters (Stringer)
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Landesweit kommt es erneut zu Massendemonstrationen. Mehr als 100.000 "Empörte" gehen gegen Arbeitslosigkeit, Sparmaßnahmen und Korruption auf die Straße.

Mehr als 100.000 Anhänger der spanischen Protestbewegung der "Empörten" ("Indignados") haben am Sonntag landesweit gegen Arbeitslosigkeit und Sparmaßnahmen demonstriert. Allein in der Hauptstadt Madrid seien rund 40.000 Menschen auf die Straße gegangen, berichtete die Zeitung "El Mundo" unter Berufung auf die Polizei. Sie protestierten gegen die steigende Arbeitslosigkeit, die Wirtschaftskrise und die Korruption.

In einem Sternmarsch von sechs Punkten außerhalb der Hauptstadt näherten sich die Demonstranten dem Parlament im Stadtzentrum von Madrid. Die Polizei hinderte die Menschenmenge jedoch mit Barrikaden an einer Versammlung vor dem Parlament. In Barcelona, der zweitgrößten Stadt des Landes, demonstrierten nach Polizeiangaben 50.000 Menschen. In rund hundert anderen Städten wie Valencia, Granada und Malaga waren es jeweils mehrere tausend.

Protest in Spanien
Protest in Spanien(c) Reuters (Jon Nazca)

Sparprogramm erhitzt Gemüter

Die Protestbewegung, an der sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Menschen beteiligten, war aus Wut über die Wirtschaftskrise und den rigiden Sparkurs der spanischen Regierung unter dem Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero (Sozialiste/PSOE) entstanden. Die Proteste richten sich unter anderem gegen die hohe Arbeitslosigkeit. Die spanische Wirtschaft erholt sich nur langsam von der Finanz- und Wirtschaftskrise.

Die Arbeitslosigkeit lag im ersten Quartal bei rund 21 Prozent, das ist zur Zeit die höchste Arbeitslosenquote in einem Industrieland. Enttäuscht sind viele Spanier auch vom Sparprogramm der Regierung, durch das Millionen Jobs verloren gingen und Einkommen gekürzt wurden. Die Wut der Demonstranten richtet sich auch gegen die Macht der Banken und die Benachteiligung kleiner Parteien im Wahlrecht.

(Ag.)

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