Pensionskassen erzielten im ersten Quartal ein Minus

(c) AP (Mikhail Metzel)
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Der Ertrag der Pensionskassen von Jänner bis März betrug minus 0,7 Prozent. Eine Prognose für das Gesamtjahr gibt es noch nicht. Hält der Trend an, könnten nächstes Jahr wieder mehr Pensionen gekürzt werden.

Wien/b. l. Schlechte Nachrichten für jene 777.000 Personen, die Anspruch auf eine Firmenpension aus einer Pensionskasse haben: Die Veranlagungserträge, die die Kassen im ersten Quartal schafften, betrugen im Schnitt minus 0,7 Prozent. Die Bandbreite reicht von minus 1,9 bis plus 1,1 Prozent, wie die Finanzmarktaufsicht (FMA) am Montag bekannt gab.
Eine Prognose für das Gesamtjahr wollte Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensionskassen, nicht abgeben. Er verwies darauf, dass es im ersten Quartal einen Sonderfaktor gegeben habe, nämlich die Fukushima-Katastrophe in Japan, die die Börsenkurse weltweit abrutschen ließ. Andere Faktoren, nämlich die niedrigen Zinsen, das schlechte Umfeld für Anleihen sowie die Angst vor einer Griechenland-Pleite, machen eine gewinnbringende Veranlagung nach wie vor schwierig. „Es könnte aber sein, dass ein Griechenland-Rettungsplan so ausfällt, dass die Märkte ihn als glaubwürdig aufnehmen“, meint Zakostelsky. Davon könnten die Börsenkurse profitieren. Eine Prognose für das Gesamtjahr könne man daher frühestens nach dem dritten Quartal fällen.
Fällt das Ergebnis im Gesamtjahr zu schlecht aus, kann das dazu führen, dass die Pension im nächsten Jahr gekürzt wird. Was „zu schlecht“ bedeutet, hängt vom jeweiligen Vertrag ab, den der Arbeitgeber mit der Pensionskasse geschlossen hat. Bei den meisten neueren Verträgen ist eine Performanceerwartung („Rechnungszins“) von etwa drei Prozent pro Jahr zugrunde gelegt: Schafft die Pensionskasse einen höheren Ertrag, steigt die Pension (es sei denn, die Lebenserwartung wächst stärker als erwartet). Liegt der Ertrag darunter, kommt es zu Kürzungen (es sei denn, es werden Rücklagen aufgelöst, oder der Arbeitgeber schießt Geld nach).

67.000 beziehen eine Pension

Bei einigen älteren Verträgen beträgt der Rechnungszins sechs Prozent oder mehr – bei diesen Verträgen kommt es häufiger zu Kürzungen. Die Ursache liegt in den Neunzigerjahren: Damals wurden viele direkte Pensionszusagen, die Firmen an ihre Mitarbeiter getätigt hatten, an Pensionskassen ausgelagert. Angesichts boomender Börsen und vergleichsweise hoher Zinsen setzte man die Ertragserwartung zu hoch an; entsprechend wenig zahlten die Arbeitgeber ein bzw. entsprechend hoch wurden die Pensionen anfangs angesetzt.
Insgesamt beziehen 67.000 Personen eine Pension aus einer Pensionskasse von durchschnittlich 7100 Euro pro Jahr. Nachdem die Kassen im Vorjahr ein durchschnittliches Veranlagungsplus von 6,6 Prozent schafften, wurde heuer jede zweite Pension erhöht und jede elfte gekürzt – der Rest blieb gleich, was inflationsbereinigt einen Rückgang bedeutet.

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