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Nahost: Gaza-Flotte formiert sich

Nahost GazaFlotte formiert sich
(c) AP (Ariel Schalit)

Österreichische Aktivisten reisten am Wochenende nach Athen, um dort ein Schiff zu besteigen.

Wien/Jerusalem/Apa/Dpa. Die neue Gaza-Hilfsflotte nimmt Gestalt an: Aktivisten aus zahlreichen Staaten wollen diese Woche von verschiedenen Häfen des Mittelmeeres auf Schiffen mit Hilfsgütern Richtung Gazastreifen in See stechen.

Darunter werden auch einige Österreicher sein. Zehn Aktivisten reisten am Samstagabend zunächst mit dem Flugzeug von Wien nach Athen. Es herrsche ein ziemlicher Run auf die Plätze, sagte Leo Gabriel von der österreichischen Kampagne „Gaza muss leben“ vor dem Abflug. Insgesamt wollen sich etwa 1500 Menschen aus zwanzig Ländern an der nicht ungefährlichen Aktion beteiligen. Sie soll an die erste Hilfsflotte erinnern, die vor einem Jahr versucht hat, die israelische Seeblockade des palästinensischen Gazastreifens zu durchbrechen. Israelische Soldaten haben bei der Erstürmung eines der Schiffe neun türkische Aktivisten getötet.

Dies hat die Beziehungen zwischen den einstigen Partnern Jerusalem und Ankara schwer belastet. Die Türkei forderte von Israel, sich offiziell zu entschuldigen und Entschädigungszahlungen zu leisten. Dies lehnt Jerusalem, das sich bei der Durchsetzung der Seeblockade im Recht sieht, bisher allerdings kategorisch ab.

 

Warnung an Journalisten

Die israelische Regierung hat derweil ausländische Journalisten scharf vor der Teilnahme an der neuen Solidaritätsflotte gewarnt. Eine Mitreise werde als absichtliche Verletzung der israelischen Gesetze angesehen, hieß es seitens des Presseamtes der Regierung. Die Teilnehmer müssten damit rechnen, dass ihnen die Einreise nach Israel zehn Jahre lang verweigert werde. Ihnen drohten zudem die Konfiszierung ihrer Ausrüstung sowie weitere Sanktionen, war der Mitteilung an ausländische Medienvertreter in Israel zu entnehmen. Die geplante neuerliche Gaza-Flotte sei eine „gefährliche Provokation“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27. Juni 2011)