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Frankreich: Ausländer sollen sich "assimilieren"

Frankreichs Innenminister will
Claude Guéant(c) AP (Vadim Ghirda)
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Der französische Innenminister Claude Guéant fordert im Wahlkampf "Integration" und "Assimilierung" von Ausländern. Er will die legale Immigration nach Frankreich ebenso wie die illegale vermindern.

Der französische Innenminister Claude Guéant (UMP) hat sich bei einer Wahlkampfveranstaltung gegen den "Multikulturalismus" sowie für die Pflicht der "Integration" und "Assimilierung" ausgesprochen. "Man steht auf dem Kopf, wenn einem Diskriminierung vorgeworfen wird, weil man sagt, dass es infolge der starken unkontrollierten Immigration vorkommt, das sich manche Franzosen nicht mehr zu Hause fühlen", sagte Gueant unter dem heftigen Applaus des Publikums: "Ich sage, dass ein Ausländer, der in Frankreich leben will, sich integrieren muss. Und wenn er dauerhaft in unserem Lande bleiben will, wenn er die französische Staatsbürgerschaft erhalten will, muss er sich assimilieren."

Bei der Wahlkampfveranstaltung betonte der Innenminister auch seine Absicht, die legale Immigration nach Frankreich ebenso wie die illegale zu vermindern.

Guéant kritisierte "Verhaltensweisen, die keinen Platz in unserem Lande haben". "Wenn ein Mann es seiner Frau verbietet, aus dem Haus zu gehen oder das Wort ohne seine Genehmigung zu ergreifen, können wir das nicht akzeptieren", betonte der ehemalige Generalsekretär des Elysee-Palastes. Er rechtfertigte damit seine jüngste Entscheidung, einem Algerier die Staatsbürgerschaft zu verweigern, weil dieser sich gegen die Gleichheit von Mann und Frau ausgesprochen hatte.

Kritik an Opposition wegen "Recht auf Vielfalt"

Den oppositionellen Sozialisten (PS) warf der konservative Politiker vor, die Autorität des Staates unterminiert, die "Kultur des Beistands" und das "Recht auf die Vielfalt" eingeführt zu haben.

Der Innenminister, seit Jahren ein enger Mitarbeiter von Präsident Nicolas Sarkozy. Dieser hat den Kampf gegen die illegale Einwanderung zu einem zentralen Thema des Präsidentschaftswahlkampfes 2012 gemacht. Bereits im Vorjahr begann Sarkozy mit der massiven Zwangsabschiebung von Roma in deren Herkunftsländer Rumänien und Bulgarien. Zuletzt kündigte er auch an, dass die Zahl der legalen Zuwanderer, gegenwärtig etwa 200.000 pro Jahr, reduziert werden soll. Gueant bezifferte diese Reduktion mit 20.000.

(Ag.)