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Israel schiebt 36 Aktivisten aus Europa ab

MIDEAST ISRAEL PALESTINIANS DEMONSTRATION
(c) EPA (Oliver Weiken)
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Eine festgenommene Österreicherin wartet offenbar noch immer auf ihre Rückführung. Israel hatte im Vorfeld bereits vielen Aktivisten die Einreise verwehrt.

In Israel sind am Sonntag 36 pro-palästinensische Aktivisten aus Europa in ihre Heimatländer abgeschoben worden. Nach Angaben der israelischen Einwanderungsbehörde warteten zudem 82 weitere Aktivisten - darunter mindestens eine Österreicherin - auf die Rückführung in ihre Länder. Unter den Abgeschobenen waren demnach 22 Belgier, 13 Deutsche und ein Spanier, die Israel an Bord einer Lufthansa-Maschine sowie eines Flugzeugs der Linie Alitalia verließen.

124 Personen verhaftet

Die Aktivisten waren nach Tel Aviv gereist, um von dort aus in die palästinensischen Gebiete zu gelangen. Eigentlich wollten sich 800 Menschen an der Solidaritätsaktion beteiligen, viele von ihnen wurden jedoch gar nicht erst ins Flugzeug gelassen, nachdem Israel eine Liste mit unerwünschten Personen an die Fluglinien geschickt hatte. Insgesamt wurden am Flughafen von Tel Aviv nach Angaben der Behörden dann 124 Aktivisten festgenommen - zwei Deutsche und zwei Niederländer wurden unter strengen Bedingungen freigelassen, ein belgisches Paar wurde bereits in der Nacht auf Sonntag ausgewiesen. Nach Angaben des Außenministeriums in Wien befindet sich unter den Festgehaltenen auch mindestens eine Österreicherin. Sie hatte sich offenbar ebenso wie ihre Mitstreiter geweigert, die Bescheide zu ihrer sofortigen Ausweisung aus Israel zu unterschreiben.

Protest gegen Israels Politik

Die Aktivisten wollten in den palästinensischen Gebieten unter anderem an ein Urteil des Internationalen Gerichtshofs (IGH) in Den Haag vor fünf Jahren erinnern, in dem die von Israel im Westjordanland errichtete Sperranlage als illegal eingestuft wurde. Nach Angaben der israelischen Nachrichtenseite "Ynet" schafften es rund 50 europäische Aktivisten, unentdeckt die Passkontrollen am Flughafen zu passieren und ins Westjordanland zu reisen. Die Internationale Liga für Menschenrechte verurteilte die Festnahme der Aktivisten und forderte deren umgehende Freilassung.

(APA)