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Roman-Debüt von Maja Haderlap ist erschienen

Engel Vergessens
(c) REUTERS (HERWIG PRAMMER)
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"Engel des Vergessens", der erste Roman der Gewinnerin des 35. Ingeborg-Bachmann-Preises, ist zugleich Autobiografie, als auch Zeugnis einer Minderheit.

Am Montag ist der Debütroman „Engel des Vergessens“ von Maja Haderlap, der Gewinnerin des diesjährigen Ingeborg-Bachmann-Preises, erschienen. Die 50-jährige Kärntner Slowenin schildert in ihrer Autobiographie ihren Kampf gegen das Vergessen und Verdrängen, wobei diese Geschichte untrennbar mit der der Kärntner Slowenen und des Partisanenkampfes gegen Hitlers Schergen verbunden ist. Das Buch ist thematisch bedingt keine leichte Lektüre, allerdings schafft Haderlap es, ohne Pathos oder Wehleidigkeit auszukommen.

 

Archaisch geht es auf dem Bauernhof zu, auf dem Haderlap aufwächst. Ihre erzkatholische Mutter, deren Mutter, die ein Konzentrationslager überlebt hat und der Vater, der von seinen ganz persönlichen Dämonen getrieben wird, vermitteln dem Kind stetig Eindrücke von den Opfern des Partisanenkrieges, von Ausgrenzungen aufgrund der Sprache, von Leben und Tod.

 

Die Autorin dokumentiert ihre Ängste, ihre Neugier und ihre Versuche, den Vater zu verstehen, der nie vom Krieg und seinen Erlebnissen spricht. Sie berichtet auch über den Ortstafelsturm von 1972 und die Opfer des Nationalsozialismus, die nach dem Krieg versuchten, zumindest eine Rente vom Staat zu erhalten.

 

Ständiger Begleiter in ihren Erzählungen ist der Tod und der Umgang mit ihm ein zentrales Thema, ähnlich wie die Großmutter, die auch nach ihrem Tod ein wichtiger Bezugspunkt bleibt.

 

Maja Haderlaps Roman ist ein Dokument eines Abschnitts der Geschichte Kärntens, mit dem sich bisher wenige auseinandergesetzt haben. Es ist auch ein Bericht einer Volksgruppe, deren Kampf gegen den Nationalsozialismus mit diesem Werk erstmals gewürdigt wird.

(APA)