Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Rauch-Kallat: "Es gibt wichtigere Themen in der Innenpolitik"

(c) Clemens Fabry
  • Drucken

Die ehemalige Ministerin Maria Rauch-Kallat im Interview mit der "Presse": Rauch-Kallat sieht in der geänderten Bundeshymne eine hohe Symbolkraft und ist nun froh, dass eine rasche Entscheidung gefallen ist.

Die Presse: Mit den Töchtern in der Hymne hinterlassen Sie Bleibendes. War Ihre letzte Aktion Ihr größter politischer Erfolg?

Maria Rauch-Kallat: Das hoffe ich nicht. Es war ein Erfolg, aber es hat auch viele andere Erfolge gegeben. Mir ist vieles für behinderte Menschen und für Frauen gelungen. Man denke nur an das Maßnahmenpaket gegen traditionsbedingte Gewalt.

Wie beurteilen Sie die Aktion Ihrer Abgeordnetenkollegen, die Sie am Reden gehindert haben?

Gar nicht.

 

Aber ist die Frage der Töchter in der Hymne nicht doch ein Nebenthema?

Das ist richtig. Das steht auch in der Begründung des Antrags. Es gibt in der Tat wichtigere Themen in der österreichischen Innenpolitik. Aber die Bundeshymne hat eine Symbolkraft. Daher ist es vielen Frauen ein Anliegen, diese sprachliche Diskriminierung in der Hymne zu beseitigen.

Gibt es weitere Texte mit Symbolkraft, die sprachlich bereinigt gehören?

Nein. Das war das symbolkräftigste Thema, das hat zu einer intensiven Diskussion beigetragen. Jetzt bin ich froh, dass es da eine Entscheidung gibt.

Ist die ÖVP immer noch eine Männerpartei?

Das hoffe ich nicht. Es zeigt sich ja jetzt, dass eine rasche Entscheidung gefallen ist.

 

Hat es da einen Wandel gegeben in den vergangenen 30 Jahren?

Da ist schon einiges passiert, Gott sei Dank. Auch für die Frauen hat sich vieles verändert. Aber es ist noch nicht alles in Ordnung.

Was ist Ihr Rat an Ihre Nachfolgerinnen? Wie setzt man sich durch?

Die wissen das schon selbst, denen muss ich keine guten Ratschläge geben. Doris Schittenhelm ist sehr in Ordnung und sehr tough.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2011)