Wiener Börse am Abend: ATX schließt klar im Minus

Sorgen um die Budgetkrise in den USA hatten von Handelsbeginn an für Belastung an den europäischen Märkten gesorgt. Die Indexschwergewichte sind mehrheitlich im roten Bereich.

Die Wiener Börse hat die Sitzung am Donnerstag bei schwachem Volumen mit tieferen Notierungen beendet. Der ATX fiel 37,81 Punkte oder 1,41 Prozent auf 2652,58 Einheiten. Damit lag die tatsächliche Entwicklung des Leitindex rund 72 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2.725 Punkten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York +0,11 Prozent, DAX/Frankfurt -0,73 Prozent, FTSE/London -1,00 Prozent und CAC-40/Paris -1,10 Prozent.

Sorgen um die Budgetkrise in den USA hatten von Handelsbeginn an für Belastung an den europäischen Märkten und dementsprechend auch an der Wiener Börse gesorgt. Bereits am Mittwochabend zeichnete US-Notenbankchef Ben Bernanke ein eher trübes Bild der US-Konjunktur und hielt weitere Stützungsmaßnahmen nicht für ausgeschlossen. Zudem drohte die Ratingagentur Moody's der weltgrößten Volkswirtschaft aufgrund des Konflikts um die Ausweitung der Schuldengrenze mit einer Aberkennung der Topbonität.

Ab Mittag lasteten darüber hinaus die stark gestiegenen Renditen für italienische Anleihen auf der Stimmung der Anleger. Die Emission neuer Staatspapiere verlief Händlern zufolge zwar aufgrund der robusten Nachfrage recht gut, Italien musste jedoch stark gestiegene Risikoaufschläge in Kauf nehmen.

Die Indexschwergewichte zeigten sich mehrheitlich im roten Bereich. Am untersten Ende der Kursliste standen Wienerberger (minus 2,49 Prozent auf 11,77 Euro), OMV (minus 2,35 Prozent auf 29,07 Euro) und Andritz (minus 2,57 Prozent auf 73,56 Euro). Aber auch Finanzwerte mussten klare Kursabschläge verzeichnen. Immofinanz büßten 1,77 Prozent auf 2,72 Euro ein, Erste Group verbilligten sich um 1,21 Prozent auf 33,55 Euro und Raiffeisen sanken um 0,86 Prozent auf 33,48 Euro.

Schwächer tendierten auch die Titel des Baukonzerns Strabag. Das Unternehmen hat seinen Anteil an der deutschen Josef Möbius Bau AG von 70 auf 100 Prozent aufgestockt. Mit der Aufstockung baut die Strabag ihr Engagement im Wasserbau weiter aus, hieß es. Die Anteilsscheine des Baukonzerns fielen um 1,32 Prozent auf 19,83 Euro.

In der Früh meldeten sich die Analysten von CA Cheuvreux mit einer Neueinschätzung zur voestalpine zu Wort. Die Wertpapierspezialisten haben ihr Kursziel für die voestalpine-Aktien von 42,60 Euro auf 44 Euro nach oben geschraubt, die Anlageempfehlung lautet auf "outperform". Allerdings haben die Experten die Titel wegen ihrer Präferenz für die Papiere der Konkurrenten ArcelorMittal und ThyssenKrupp von der "selected list" genommen. voestalpine schlossen mit minus 0,95 Prozent bei 37,51 Euro.

Unternehmenszahlen kamen indessen von dem Zuckerkonzern Agrana. Das Unternehmen legte Ergebnisse zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2011/12 vor. Wegen guter Marktbedingungen im Zucker-, Stärke- und Konzentratbereich sowie wegen in den Vorjahren eingeleiteten Optimierungsmaßnahmen konnte Agrana den Umsatz und das Ergebnis in den vergangenen drei Monaten steigern. Die Titel gingen mit einem Kursplus von 1,06 Prozent auf 84,20 Euro aus dem Handel.

(APA)

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