Im Schnitt kostet ein Gehaltskonto 74 Euro pro Jahr

(c) Clemens FABRY
  • Drucken

Soll- und Habenzinsen bewegen sich seit Jahren auf stabilem Niveau. Das ist das Ergebnis einer Arbeiterkammer-Erhebung unter 13 Banken. Sieben Institute haben Anpassungen vorgenommen.

Wien/Nst. Die gute Nachricht zuerst: Die Gebühren für Girokonten sind in Österreich seit dem Ende des Vorjahres (bis Mai 2011) weitgehend stabil geblieben. Das ist das Ergebnis einer Arbeiterkammer-Erhebung unter 13 Banken. Sieben Institute haben Anpassungen vorgenommen. Dies betrifft vor allem die Kosten im Kassageschäft. So wurden AK-Angaben zufolge unter anderem Bareinzahlungs- und Barauszahlungsspesen erhöht.

Was sich seit Jahren hingegen kaum verändert hat, sind Soll- und Habenzinsen. Die AK hat sich hierfür 40 Kontomodelle von rund 20 Banken angesehen. Die Guthabenzinsen liegen in Österreich zwischen null und einem Prozent, wie die Erhebung zeigt. Der Median liegt bei 0,125Prozent. Die Überziehungszinsen liegen zwischen vier und 13,25Prozent. Der Mittelwert wird mit 9,5Prozent beziffert.

Ist ein Kunde auf seinem Konto bei einem Zinssatz von 9,5 Prozent für die Dauer von 14 Tagen mit 1000 Euro im Minus, belaufen sich die Kosten auf 3,69 Euro. Wer hundert Tage bei dem gleichem Zinssatz und Betrag im Minus ist, muss rund 26 Euro berappen. Die Banken betonen immer wieder, dass der Überziehungsrahmen dazu da sei, um dem Kunden die Möglichkeit einzuräumen, kurzfristig ins Minus zu rutschen. Dauerhaft sollte der Rahmen allerdings nicht ausgereizt werden.

Weniger Kosten in Österreich

Wer sparen möchte, sollte sein Geld lieber nicht auf dem Girokonto liegen lassen. Zur Deckung der laufenden Kosten raten Experten, in etwa ein Monatsgehalt vorzuhalten.

Die Kosten reichen bei den Konten mit Pauschalverrechnung von null bis rund 215 Euro. Bei sechs Modellen mit Einzelverrechnung betrug die Preisspanne zwischen rund 73 und 160 Euro. Im Schnitt kostet ein Gehaltskonto in Österreich 73,65 Euro, sagt die AK. Je teurer die Pakete, desto umfangreicher sind in der Regel aber auch die angebotenen Leistungen.

In der Wirtschaftskammer argumentiert man anders: Bankkunden in Österreich würden im Vergleich zu anderen europäischen Staaten rund ein Drittel weniger zahlen, wie es aus der Sparte Bank und Versicherung heißt. Unter elf Staaten liege Österreich auf Rang vier.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2011)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:

Mehr erfahren


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.