Seltene Erden sind in der Elektronikindustrie begehrt – und politisch heftig umstritten, denn 95 Prozent dieser Metalle kommen derzeit aus China – und die Chinesen nutzen ihr Quasi-Monopol ordentlich aus.
Mittels drastischer Exportbeschränkungen wurde der Preis vom vorigen Sommer bis zum heurigen April um weit mehr als das Doppelte hochgetrieben. Unter dem Druck der Welthandelsorganisation WTO hat Peking zuletzt allerdings seine Exportquoten erhöht, was den Preis wieder gedrückt hat. Das könnte für Investoren, die an einen neuerlichen Preisanstieg der begehrten Metalle glauben, interessant werden.
Die Chinesen haben ihre Monopolstellung nämlich ein wenig überreizt und erleben jetzt das, was die Opec in den 1970er-Jahren zur Kenntnis nehmen musste, als ein zu scharfer Preisanstieg für Rohöl die vergleichsweise teure Förderung in der Nordsee erst rentabel machte. Seltene Erden sind nämlich nicht so selten, wie ihr Name suggeriert. Nur war ihr Abbau außerhalb Chinas bisher zu teuer.
Jetzt steht aber eine Reihe von Unternehmen Gewehr bei Fuß, die mit der Exploration begonnen hat. Etwa die auch an deutschen Börsen notierte kanadische Avalon Rare Metals(ISIN CA0534701002), deren Exploration allerdings erst im Stadium der Machbarkeitsstudie steckt, was das Engagement riskant macht.
Angeboten werden unterdessen aber auch schon Anlageprodukte, mit denen man auf einen ganzen Korb von einschlägigen Unternehmen setzen kann. Etwa das Solactive Rare Earth Tracker Zertifikat(ISIN DE000A1DKN27), das einen einschlägigen Performance Index der Structured Solutions AG nachbildet.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2011)