FPÖ auf Mission impossible

Der Besuch von FPÖ-Politikern bei verfemten Staatsmännern hat schon Tradition. Bei Jörg Haider war es ein gezielter Akt der Provokation: Den irakischen Diktator Saddam Hussein besuchte er just, als dieser international völlig isoliert war, und schaffte es damit weltweit in die Schlagzeilen. Ob auch ein finanzielles Motiv dahintersteckte, darüber darf bis heute gerätselt werden.

Beim Wiener FPÖ-Gemeinderat David Lasar ist der Grund des Besuchs in Libyen schon weniger klar. Der auch in Österreich weitgehend unbekannte Politiker wird wohl kaum in der Lage sein, seine Mission zu einem internationalen Skandal hochzulizitieren. Bestenfalls bringt er Laura Rudas dazu, eine wenig ambitionierte Presseaussendung auszuschicken. Und einen Geldkoffer wird ihm Diktatorsohn Saif Gaddafi wohl kaum überreicht haben.

Vielleicht glaubt Lasar aber tatsächlich an eine Vermittlerrolle: Ein kleiner Gemeinderat aus Wien bringt die Bürgerkriegsparteien dazu, sich an den Verhandlungstisch zu setzen, und veranlasst die Nato, ihr Bombardement einzustellen. Klingt nett, ist aber doch ein klein wenig naiv.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.07.2011)

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