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Bundeshymne: Streit um neue Versionen

(c) APA - Guenter R. Artinger
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Rauch-Kallat lässt drei Varianten Auf der Online-Plattform YouTube online stellen. Bei der „IG Autorinnen Autoren“ sorgt das bereits für Verärgerung. Heimische Autoren fordern bessere Einbindung.

Wien/Red. Die Suche nach der besten Neuinterpretation der heimischen Bundeshymne setzt sich im Internet fort: Auf der Online-Plattform YouTube stehen mittlerweile jene drei Textvarianten zur Hörprobe bereit, die die Sopranistin Ildiko Raimondi in der Vorwoche im Auftrag der früheren ÖVP-Frauenministerin Maria Rauch-Kallat eingesungen hat. Unter den Suchbegriffen „Österreichische Bundeshymne Demo-Version“ gibt es neben der favorisierten Textvariante „Heimat großer Töchter und Söhne“ nun auch „Heimat großer Töchter, Söhne“ sowie „Große Töchter, große Söhne“ zu hören.

Bei der „IG Autorinnen Autoren“ sorgt das bereits für Verärgerung: Man reklamierte sich in die Entscheidungsfindung zur Bundeshymnensuche. „Das bisherige Herangehen an das Thema lässt das Schlimmste befürchten“, sagt der Geschäftführer der IG, Gerhard Ruiss. Die einzige Möglichkeit zur Erarbeitung einer Neufassung der Bundeshymne sehe er in der Einbeziehung von Experten: Es sei nicht Aufgabe von Politikern, bestehende Landeshymnen umzudichten oder zu ergänzen.

 

Neo-Österreicher sollen texten

Und weiter: Sollte sich herausstellen, dass sich die Hymne in ihrem Wert für die Gesellschaft überlebt habe, so sei sie neu auszuschreiben, so Ruiss. Die Ausschreibung müsse sich „insbesondere auch an Neo-Österreicher richten, damit ein umfassendes, gesamtgesellschaftliches Nachdenken darüber einsetzen könne, was das heutige Österreich ausmache.“

Übrigens: Rauch-Kallats Textvorschläge kann man sich auf der Onlineplattform YouTube zwar anhören, seine Meinung kann man nicht abgeben. Die sonst übliche Kommentarfunktion wurde vorsorglich deaktiviert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2011)