Strahlende Scheinheiligkeit

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Die Europäer predigen Umweltverantwortung. Die Lasten sollen andere tragen.

Glosse

Zwischen dem Ausstieg aus der Atomenergie und der Förderung von Biokraftstoffen liegen Welten, aber eines ist beiden gemein: Die unangenehmen Folgen der Energiewende schieben wir Europäer gern auf den Rest der Welt. Da mag Energiekommissar Günther Oettinger Stein und Bein schwören, dass EU-Staaten, die künftig ihren Atommüll exportieren wollen, ab 2015 Vertragsverletzungsverfahren drohen. Wie schon jetzt werden sich Wege finden, den Atommüll in Russland oder sonst wo loszuwerden. Und ob für EU-zertifizierte Biokraftstoffe wirklich keine Regenwälder in Brasilien oder Indonesien gerodet wurden, kann niemand reinen Herzens verneinen.

Europa predigt gern das Verursacherprinzip. Es ist Zeit, sich selbst daran zu halten.

oliver.grimm@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.07.2011)

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