Die Justiz in Liechtenstein rückte bei der angeschlagenen Finanzgruppe zu Hausdurchsuchungen an. Gründer Michael Seidl steht unter Betrugsverdacht.
Die Liechtensteiner Justizbehörden haben die in Finanzturbulenzen geratene Money Service Group (MSG) im Visier: Wie der "Standard" berichtete, rückten am Donnerstag die Behörden im Firmensitz in Schaan zu einer Hausdurchsuchung an. Auch andere Standorte im Fürstentum wurden gefilzt.
Die Staatsanwaltschaft hatte am Donnerstag bestätigt, dass bei der Finanzgruppe, die bis vor kurzem Niki Laudas Kapperl-Sponsor war, gegen den Gründer Michael Seidl ermittelt wird. Es geht um Betrugsverdacht und andere Delikte, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft.
Zur Schadenshöhe "können beim derzeitigen Stand der Ermittlungen keine Angaben gemacht werden". Der Schaden soll dem "Standard" zufolge einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen. "Es kann derzeit nur bestätigt werden, dass gestern Hausdurchsuchungen am Firmensitz der 'Money Service Group' in Schaan und an weiteren Standorten stattgefunden haben", so Frank Haun, Stellvertreter des leitenden Staatsanwaltes, in einer Stellungnahme gegenüber der APA.
Lauda und Hahnenkammrennen gesponsert
Die Money Service Group ist hierzulande hauptsächlich als Sponsor von Niki Lauda sowie des Hahnenkammrennens in Erscheinung getreten. Wobei Lauda "die Turbulenzen der letzten Tage" zu viel geworden sind und er am Donnerstag seinen Vertrag aufgekündigt hat. Auch Harti Weirather muss sich einen neuen Geldgeber für das Hahnenkammrennen suchen, er sprach am Freitag von einer "mühsamen Zusammenarbeit".
In Österreich gibt es derzeit keine Akte MSG, erst im April hat die Tochter MS Consult ein Büro in Wien eröffnet. Anfang des Jahres hatte MSG-Gründer Michael Seidl, gegen den nun in Vaduz wegen Betrugsverdachts ermittelt wird, bei einer Pressekonferenz damit geworben, Ex-Verkehrsminister Rudolf Streicher für den Expertenrat gewonnen zu haben. Der Beirat sollte die Führung von Money Service bei strategisch wichtigen Entscheidungen beraten, hatte es damals geheißen.
Wiener Büro aufgelassen
Dies ist nun Geschichte, denn das Wiener Büro wurde nach wenigen Monaten aufgelassen. Kurzzeitig wurde MS Consult auch von der FMA unter die Lupe genommen, wie der APA bestätigt wurde. Die Behörde hat untersucht, ob es sich bei den Leistungen der Liechtensteiner Gruppe um konzessionspflichtige Finanzdienstleistungen handelt - und kam zur Erkenntnis, dass dem nicht so sei.
Bei der MSG war niemand für eine Stellungnahme gegenüber der APA zu erreichen.
(APA)