Jeder vierte Österreicher unter 60 Jahren zahlt jährlich etwa 644 Euro für seine „Zukunftsvorsorge“. Anbieter verwalten ein Vermögen von fünf Mrd. Euro. Im Vorjahr schafften sie eine Performance von 4,7 Prozent.
Wien/b. l. 1,54 Millionen Österreicher sorgen über die staatlich geförderte Zukunftsvorsorge für ihre Pension vor, um 6,3 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das gab die Finanzmarktaufsicht (FMA) am Donnerstag bekannt. Das Produkt existiert seit acht Jahren und gilt als „dritte Säule“ des Pensionssystems – neben der staatlichen Pension und den Firmenpensionen.
Die Anbieter (Versicherungen und Kapitalanlagegesellschaften) verwalteten zum Jahresende ein Vermögen von fünf Mrd. Euro, um 31 Prozent mehr als im Jahr davor. Ursache für den steilen Anstieg des Vermögens sind vor allem die Einzahlungen in Höhe von 1,1 Mrd. Euro, ein Plus von neun Prozent. Die Vermögenserträge waren mit 4,7 Prozent niedriger als im Jahr davor (7,9 Prozent). Im Jahr 2008 hatte die Finanzkrise für ein Minus von 15,3 Prozent gesorgt.
Damals wurden auch einige Produkte „ausgestoppt“, um weitere Verluste zu vermeiden: Das bedeutet, dass die Kunden am Schluss nur das einbezahlte Kapital inklusive der staatlichen Prämie erhalten werden – zumindest für jenen Teil, der ausgestoppt wurde. Spätere Einzahlungen können wieder voll an der Marktentwicklung partizipieren. Ob man selbst betroffen ist, muss man beim jeweiligen Anbieter erfragen, die FMA gab dazu keine Auskunft. Die Erträge dieser Produkte lagen zuletzt unter dem Schnitt. Dieser Effekt sollte sich laut FMA mit der Zeit wieder abschwächen: Mit den Neueinzahlungen soll auch deren Aktienquote wieder wachsen.
Aktienquote wurde gesenkt
Grundsätzlich muss die Aktienquote seit dem Vorjahr mindestens 30 Prozent betragen. Davor waren es 40 Prozent. Auch kann man jetzt in ein Lebensphasenmodell wechseln, bei dem die Aktienquote mit dem Alter sinkt. Wer einen Vertrag mit einer Versicherung hat (diese haben einen Marktanteil von 92 Prozent), zahlt im Schnitt 644 Euro pro Jahr ein, bei Kapitalanlagegesellschaften sind es 782 Euro. Die staatliche Prämie betrug im Vorjahr neun Prozent der Einzahlungen, heuer sind es 8,5 Prozent, maximal aber 196,64 Euro. Die 8,5 Prozent sind die Untergrenze, Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat aber angedeutet, dass er sich eine Reduktion der Förderung vorstellen kann.
Für das Produkt fallen allerdings Gebühren (wie auch bei Lebensversicherungen) an. Kapitalerträge und Pension sind dafür steuerfrei. In voller Höhe genießen kann man die Vergünstigungen nur, wenn man sich die Zusatzpension ab Pensionsantritt verrentet (also regelmäßig) ausbezahlen lässt. Wer sich alles auf einmal ausbezahlen lässt, muss einen Teil der Förderung zurückzahlen und die Kapitalerträge nachversteuern.