Die Analysten sehen eine gute Zukunft für den Wiener Leitindex. Ab dem zweiten Quartal sollte es demnach wieder bergauf gehen. Seit Beginn des Jahres befindet sich der ATX allerdings in einer Schwächephase.
Wien/b. l. Obwohl der Wiener Leitindex ATX seit Jahresbeginn etwa zehn Prozent verloren hat, glauben Analysten, dass es ab dem zweiten Quartal bergauf gehen sollte. Am Freitag veröffentlichte die Bank Austria ihren Ausblick: Deren Experten rechnen damit, dass der Index, der bei etwa 2700 Punkten pendelt, in einem Jahr 3200 Zähler erreicht. Kürzlich hat die Erste Bank den ATX zum Jahresende bei 2900 Punkten gesehen.
Auch UniCredit-Analyst Thomas Neuhold verwies in einer Aussendung auf die günstigen Bewertungen österreichischer Aktien und die starke Verflechtung mit jenen Märkten, die wirtschaftlich gut dastehen: Deutschland und Osteuropa. Er schränkt aber ein: „Solange das europäische Umfeld unruhig bleibt, wird sich der ATX schwer tun, sich dem Umfeld gänzlich zu entziehen.“ Die Unternehmensgewinne sollten heuer um 40 und 2012 um 20 Prozent steigen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Firmen die Erwartungen übertreffen (was normalerweise die Kurse antreibt), werde angesichts schwächerer Konjunktur und der Schuldenkrise aber unwahrscheinlicher.
Am ehesten empfehlen die Analysten Banken-, Industrie- und Immobilienwerte mit starker Ausrichtung nach Osteuropa (etwa Erste Bank, Voestalpine, Immofinanz). Um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein, raten sie auch zu „defensiven Werten“, die weniger stark mit der Konjunktur schwanken (etwa Versorger wie die EVN), und „Spätzyklikern“, die in einer Branche aktiv sind, deren Konjunktur der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung hinterherhinkt (etwa Baukonzerne wie die Strabag).