Mit Autotiteln sei kurzfristig nicht mehr viel zu holen, man solle Gewinne mitnehmen. Der Autosektor hatte sich im bisherigen Jahresverlauf um zwölf Prozent besser entwickelt als der gesamte Aktienmarkt.
London/Bloomberg/B.l. Inhaber von Autoaktien haben in letzter Zeit fette Zugewinne verbucht. Sie sollten diese Gewinne nun realisieren und das Geld lieber in Bankwerte stecken. Dieser Ansicht ist zumindest Mislav Matejka, Chef für die europäische Aktienstrategie bei J.P. Morgan Securities Ltd. in London. Ursache: Der Autosektor habe sich im bisherigen Jahresverlauf um zwölf Prozent besser entwickelt als der gesamte Aktienmarkt. Das sehr gute zweite Quartal für die Branche sei in den Kursen bereits berücksichtigt. Kurzfristig gebe es daher wenig Aufwärtspotenzial.
Dagegen haben sich etwa die Baumaterialienhersteller (zu denen der Schweizer Zementhersteller Holcim oder HeidelbergCement zählen) um sechs Prozent schlechter entwickelt als der Gesamtmarkt. Auch bei Banken kann sich Matejka gut vorstellen, dass sich die Kurse künftig über dem Schnitt entwickeln werden.
Schwieriges Umfeld für Banken
Die meisten Experten raten jedoch zu Vorsicht bei Banktiteln. Viele Bankwerte haben in den vergangenen Monaten angesichts der Schuldenproblematik und der Aussicht auf strengere Eigenkapitalvorschriften (BaselIII) nachgegeben. Auch bei Instituten, die gut mit Eigenkapital ausgestattet sind, muss man in nächster Zeit damit rechnen, dass schlechte Nachrichten aus den schuldengeplagten Ländern die Kurse ins Wanken bringen.
Die deutsche Commerzbank etwa büßte in den vergangenen zwölf Monaten 50 Prozent ihres Werts ein, die Bank-Austria-Mutter UniCredit 38Prozent.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.07.2011)