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Money-Service-Gründer Seidl verhaftet

Money Service Seidl
Archivbild: Money Service sponserte das Kapperl von Niki Lauda(c) APA/EXPA/ Juergen Feichter (Expa/ Juergen Feichter)
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Der Ex-Sponsor des Kapperls von Niki Lauda ist in St. Gallen in U-Haft genommen worden. Liechtenstein hat einen Haftbefehl ausgegeben.

Der Gründer und Ex-Chef der Money Service Group (MSG), Michael Seidl, ist am Montagabend in St. Gallen in der Schweiz verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen bestätigte am Mittwoch entsprechende Berichte von Liechtensteiner "Volksblatt" und "Österreich". Der MSG-Chef wurde aufgrund eines internationalen Haftbefehls aus Liechtenstein festgenommen. Er soll Anlegergelder zweckwidrig verwendet haben. Seidl selbst hatte zuletzt sämtliche Vorwürfe gegen ihn dementiert.

"Michael Seidl wurde am Montagabend auf Grund eines vom Fürstlichen Landgericht erlassenen internationalen Haftbefehles vom 22.7.2011 wegen Verdachtes des Betruges, der Untreue und anderer Delikte im Kanton St. Gallen festgenommen", bestätigte heute auch die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft.

Auslieferung beantragt

Liechtenstein hat die Auslieferung Seidls beantragt, so der Leitende Staatsanwalt Robert Wallner in Liechtenstein in einer schriftlichen Stellungnahme weiter. Die Staatsanwaltschaft St. Gallen habe beim Haftrichter die Verhängung der Untersuchungshaft beantragt, "und zwar in ihrem eigenen Verfahren und im Auslieferungsverfahren für Liechtenstein." Der Haftrichter habe darüber aber noch nicht entschieden, hieß es aus Vaduz.

Die Schweizer Anklagebehörde will am Freitag darüber befinden, sagte Martin Frey vom kantonalen Untersuchungsamt für Wirtschaftsdelikte der Staatsanwaltschaft St. Gallen.

Veruntreuung und Betrug vorgeworfen

Im liechtensteinischen Haftbefehl geht der Untersuchungsrichter unter anderem vom "dringenden Verdacht" aus, der Deutsche Seidl habe Gelder von Anlegern "nicht wie versprochen investiert, sondern zweckwidrig verwendet", so der Liechtensteiner Staatsanwalt. Weiters gehe der Untersuchungsrichter davon aus, dass die Haftgründe der Flucht-, Verdunkelungs- und Tatbegehungsgefahr vorliegen. Weitere Angaben würden vorerst nicht gemacht.

Die St. Galler Staatsanwaltschaft wirft Seidl im Zusammenhang mit seiner auf Anlageberatung spezialisierten Samiv AG Veruntreuung und Betrug vor, so der dortige Staatsanwalt. Auch im schweizerischen Appenzell Ausserrhoden wird gegen Seidl ermittelt.

Keine Angaben zur Schadenshöhe

Zur der Schadenshöhe wollten die Behörden am Mittwoch keine Angaben machen, auch nicht darüber, ob bereits Vermögen eingefroren wurde. Die Liechtensteiner Behörden ermitteln neben Seidl auch gegen weitere Personen. In Wien gibt es dem Vernehmen nach aktuell keine Akte Money Service Group.

Indes ist die Liechtensteiner Staatsanwaltschaft dabei, die "umfangreichen" Unterlagen auszuwerten, die vergangene Woche bei Razzien am MSG-Firmensitz in Schaan und weiteren Standorten in Liechtenstein sichergestellt worden sind.

 

(APA)