Amag hat volle Auftragsbücher

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Der oberösterreichische Aluminiumkonzern legte im ersten Halbjahr kräftig zu. In den kommenden Jahren sollen Millionen Euro in neue Kapazitäten fließen.

Wien. Im April wagte der oberösterreichische Aluminiumkonzern Amag als erstes Unternehmen seit mehr als drei Jahren den Gang an die Wiener Börse. Der Start verlief holprig, am ersten Handelstag verlor die Aktie gleich fünf Prozent ihres Werts. Bis dato hat sie sich nicht erholt. Der Vorstand gab sich am Freitag bei der Präsentation der Halbjahreszahlen dennoch gut gelaunt. „Wir hatten eine sehr zufriedenstellende Nachfrage in allen Segmenten, und wir haben nach wie vor volle Auftragsbücher“, stellte Vorstandschef Gerhard Falch fest. Der Umsatz stieg in den ersten sechs Monaten des Jahres um 21 Prozent auf 429,2 Mio. Euro, der Nettogewinn legte um 29 Prozent auf 48,1 Mio. Euro zu.

Umsatzplus dank Aluminiumpreis

Zupass kam dem Unternehmen der hohe Preis für Aluminium. „Wir können die hohen Rohstoffpreise direkt an unsere Kunden weitergeben“, berichtete Finanzvorstand Gerald Mayer. Dies habe stark zum Umsatzwachstum beigetragen. Auch die Ausrichtung auf Nischenmärkte habe sich als richtig erwiesen, so Falch.

Die Amag erzeugt im oberösterreichischen Ranshofen Aluminiumprodukte und ist mit 20Prozent an einem großen Aluminiumwerk in Kanada beteiligt. Ein wichtiger Absatzmarkt ist die deutsche Automobilindustrie, aber auch die Luftfahrt-, Bau- und Transportindustrie. Diesen Branchen ging es im ersten Halbjahr gut, besonders die deutschen Autobauer feiern momentan Rekorde. Analysten warnen jedoch, dass sich das Wachstum bald abschwächen könnte. Dies bereitet dem Amag-Vorstand keine Sorgen: „Wir verlieren höchstens etwas an Dynamik, aber ein Wachstum von drei Prozent, wie es in Deutschland vorausgesagt wird, ist immer noch sehr stark“, sagte Falch. Der weltweite Aluminiumverbrauch werde sich in den kommenden zehn bis zwölf Jahren sogar noch verdoppeln.

Mit diesen Aussichten nimmt das Unternehmen ein millionenschweres Investitionsprogramm in Angriff. Da die Werke in Ranshofen auf Hochtouren laufen, soll die Kapazität dort bis 2014 um 20 Prozent ausgebaut werden. Dazu werden 75 Mio. Euro in die Hand genommen – 50 Mio. Euro sind bereits investiert, zuletzt bewilligte der Aufsichtsrat eine Tranche von 21 Mio. Euro. Damit wird in der Gießerei ein neuer Schmelz- und Gießofen errichtet. Auch für die Erweiterung nach 2014 wird heuer vorgesorgt: Noch „vor Weihnachten“ soll der Aufsichtsrat seinen Segen zu einem neuen Walzwerk in Ranshofen geben, das 2014 in Betrieb gehen soll. Etwa 200 neue Jobs sollen so entstehen. Bezahlt wird dafür mit jenen 100 Mio. Euro, die im Rahmen des Börsengangs eingesammelt wurden.

Aktie macht nur kurzen Satz

Die Anleger scheint die Amag damit jedoch nicht ganz zu überzeugen. Die Aktie legte am Freitag zwar zeitweise um knapp fünf Prozent zu, fiel dann aber wieder und lag am späten Nachmittag nur noch knapp im Plus. Dass die Vorbesitzer die Aktie bei ihrem Debüt im April zu hoch bewertet haben, glaubt Finanzvorstand Mayer jedoch nicht. „Eher sind wir momentan unterbewertet.“ Eine Vorhersage wagt er nicht.

Die Amag gehörte bis zu ihrem Börsengang zur Constantia Packaging, die von der JP-Morgan-Tochter „One Equity Partners“ übernommen wurde. Von den 22,3Mio. Aktien, die im April verkauft wurden, kamen 17 Mio. von den Alteigentümern, 5,3 Mio. kamen aus einer Kapitalerhöhung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.07.2011)

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