US-Schuldenlösung in letzter Minute beflügelt - Wiener Bankenwerte gut gesucht Wien/APA
Die Wiener Börse hat sich am Montag im frühen Handel bei schwachem Anfangsvolumen mit fester Tendenz gezeigt. Nach Ablauf der meisten Eröffnungsauktionen wurde der ATX um 9.45 Uhr mit 2.648,70 Punkten nach 2.611,32 Einheiten am Freitag errechnet, das ist ein Plus von 37,38 Punkten bzw. 1,43 Prozent.
In allerletzter Minute wurde im US-Schuldenstreit eine Einigung erzielt. Präsident Barack Obama hat sich mit Demokraten und Republikanern auf die Anhebung der Schuldenobergrenze und ein gigantisches Sparpaket geeinigt. Wäre kein Kompromiss erzielt worden, hätte den Vereinigten Staaten den Berechnungen von Volkswirten zufolge am morgigen Dienstag die Zahlungsunfähigkeit gedroht.
Die europäischen Börsen reagierten auf die Meldungen aus Washington mit einem Aufatmen zu Handelsbeginn. Allerdings kommentierten Experten der Commerzbank, dass die Einigung zwischen den beiden Fraktionen im US-Kongress noch "kein Happy End" sei. Marktteilnehmer zufolge könne der Kompromiss nicht über den zuletzt entstandenen Vertrauensverlust in das politische System der USA hinwegtäuschen.
Europaweit waren Bankenwerte im Anschluss an die US-Schuldenlösung gut gesucht. In Wien legten Raiffeisen Bank um 1,86 Prozent auf 35,59 Euro zu und Erste Group gewannen 0,93 Prozent auf 33,70 Euro. Nach den am Freitag vorgelegten Halbjahreszahlen haben die Analysten der UniCredit ihr Kursziel für die Erste Group von 41 auf 39 Euro gesenkt, die Kaufempfehlung "Buy" allerdings bestätigt.
Einen Analystenkommentar gab es auch zur Agrana. Die Berenberg Bank hat das Anlagevotum für die Zucker-, Frucht- und Stärkekonzern von "Hold" auf "Buy" hochgestuft. Das Kursziel wurde von 85 auf 110 Euro nach oben geschraubt. Die Papiere kletterten um 2,60 Prozent auf 86,90 Euro. Gut gesucht waren auch die konjunktursensiblen Aktien von Wienerberger (plus 2,73 Prozent auf 11,50 Euro) sowie RHI (plus 2,82 Prozent auf 19,15 Euro). Die schwergewichtigen voestalpine-Titel legten um 2,34 Prozent auf 36,98 Euro zu.
Der ATX Prime notierte bei 1.285,19 Zählern und damit um 1,42 Prozent oder 17,94 Punkte höher. Im prime market zeigten sich 33 Titel mit höheren Kursen, drei mit tieferen und drei unverändert. In einer Aktie kam es bisher zu keiner Kursbildung. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt (Vortag:716.368) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von (18,71) Mio. Euro (Doppelzählung) gehandelt.
(APA)