US-Industrie verliert an Schwung, Börsen erleiden Abschläge

Enttäuschende US-Industrie-Daten lassen Aktienmärkte ins Minus drehen
Enttäuschende US-Industrie-Daten lassen Aktienmärkte ins Minus drehen(c) REUTERS (Nacho Doce)
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Der Einkaufsmanager-Index fiel im Juli unerwartet kräftig auf 50,9 von 55,3 Punkten im Vormonat. Die Börsen drehen deutlich in die Verlustzone.

Die US-Industrie ist mit einem Wachstumseinbruch ins zweite Halbjahr gestartet. Der an den Finanzmärkten viel beachtete Konjunkturindex der US-Einkaufsmanager fiel im Juli überraschend kräftig auf 50,9 von 55,3 Punkten im Vormonat, wie das Institute for Supply Management (ISM) am Montag mitteilte. Experten hatten im Schnitt lediglich mit einem Rückgang auf 54,9 Punkte gerechnet. Ab Werten von 50 Punkten wird Wachstum signalisiert.

Die internationalen Aktienmärkte haben nach enttäuschend ausgefallenen US-Konjunkturdaten in die Verlustzone gedreht. Nachdem die Stimmung der Einkaufsmanager deutlich unter den Erwartungen ausgefallen war, rutschten die Indizes klar ab. Massive Verluste musste auch die europäische Gemeinschaftswährung Euro gegen den US-Dollar hinnehmen.

Auch die europäischen Börsen gaben nach

Nach einer starken Eröffnung von mehr als einem Prozent im Plus drehte die Wall Street in den roten Bereich und verlor bis 16.15 Uhr um rund ein halbes Prozent auf 12.085 Einheiten. Auch an den europäischen Aktienmärkten in Frankfurt, Paris und Wien fand eine Trendumkehr statt. Der Auswahlindex Euro-Stoxx-50 notierte mehr als 1,2 Prozent tiefer, der DAX verlor knapp 2,3 Prozent. Der ATX notierte in Wien um ein halbes Prozent tiefer. Der Euro sackte gegenüber dem Dollar von 1,4400 bis in die Region von 1,4265 Dollar ab.

Vor allem Bankenwerte tendierten in Europa sehr schwach. In einem Branchenvergleich führten die Papiere der Geldinstitute in der Früh noch die Gewinnerliste an, rutschten aber am Nachmittag an das Ende der Kurstafel. Einer der schwächsten Werte im Euro-Stoxx-50 waren Intesa SanPaolo mit knapp fünf Prozent im Minus, UniCredit verloren 2,4 Prozent.

US-Wirtschaft legte nur schwach zu

Die Firmen erlitten ihr erstes Auftragsminus seit langem und stockten ihre Belegschaften weniger stark auf als im Vormonat. Zugleich verlor der Kostenanstieg deutlich an Schärfe.

Die gesamte US-Wirtschaft hat im zweiten Quartal nur überraschend schwach zugelegt - aufs Jahr hochgerechnet um 1,3 Prozent. Vor allem die Konsumenten steigerten ihre Ausgaben kaum noch. Ein stärkeres Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft verhindert derzeit der maue Arbeitsmarkt.

Die Bauausgaben in den USA hingegen haben im Juni überraschend zugelegt und sind auf ein Sechs-Monats-Hoch gestiegen. Das US-Handelsministerium in Washington wies ein Plus zum Vormonat von 0,2 Prozent aus. Bisher war von einem Rückgang in Höhe von 0,6 Prozent ausgegangen worden. Für das Plus waren vor allem die privaten Haushalte verantwortlich, deren  Ausgaben um 0,8 Prozent auf ein Sieben-Monats-Hoch wuchsen.

(APA)

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