TA-Chef Ametsreiter will durchgreifen, falls sich der Manipulationsverdacht bestätigt. Wie berichtet hatte die Telekom im Jahr 2000 ein Aktienoptionsprogramm im Gesamtausmaß von 9 Mio. Euro beschlossen.
Wien/Red. Die Telekom Austria will die im Rahmen eines Optionsprogramms im Jahr 2004 ausbezahlten neun Mio. Euro zurückfordern, falls sich herausstellen sollte, dass die Zahlung tatsächlich durch Kursmanipulation zustande gekommen ist. Das teilte Telekom-Vorstandschef Hannes Ametsreiter am Montag per Aussendung mit. Zudem werde man auch intern untersuchen, ob damalige Telekom-Manager an der möglichen Kursmanipulation aktiv beteiligt gewesen waren. „Wer sich hier fehlverhalten hat, wird zur Verantwortung gezogen“, so Ametsreiter.
Wie berichtet hatte die Telekom im Jahr 2000 ein Aktienoptionsprogramm für insgesamt 150 Manager im Gesamtausmaß von 9 Mio. Euro beschlossen. Ausgeübt konnte die Option unter der Bedingung werden, dass sich der Aktienkurs im Betrachtungszeitraum 20. bis 26.Februar 2004 über einem bestimmten Durchschnittsniveau hielt. Erreicht wurde dieses Niveau letztendlich nur, weil ein Großauftrag für TA-Aktien den Kurs am 26.Februar knapp vor Börsenschluss noch kräftig hochgetrieben hatte.
Die vom Brokerhaus Euro Invest abgewickelte Order soll direkt aus der Telekom Austria initiiert worden sein. Bei Euro Invest hat vor Kurzem eine Hausdurchsuchung stattgefunden, die Staatsanwaltschaft ermittelt; es gilt die Unschuldsvermutung.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2011)