Private Equity: Stress vor Regulierung

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Eine EU-Richtlinie will Private Equity Fonds an die Leine nehmen, sieht aber Ausnahmen für kleinere Fonds vor. In Österreich könnten diese wegfallen. Mehr Transparenz soll angestrebt werden.

Wien. Heimische Private-Equity-Gesellschaften (Beteiligungsgesellschaften, die sich über einen begrenzten Zeitraum mit Eigenkapital an Klein- und Mittelbetrieben beteiligen) sehen der Umsetzung der EU-Richtlinie, die die Branche regulieren soll, mit Bauchweh entgegen. Jene Fonds, deren Größe eine strenge Regulierung nahelegt– etwa mit Milliarden Dollar dotierte Fonds aus den USA – würden in Österreich ohnehin nicht operieren, sagt Gerhard Fiala, Mehrheitseigentümer der österreichischen Beteiligungsfirma Pontis Capital. In Österreich würde man einer „ohnehin unterentwickelten Branche“ den Todesstoß versetzen, wenn man ihr die im EU-Recht vorgesehenen Transparenzanforderungen aufbürden würde, da damit ein hoher bürokratischer Aufwand verbunden sei. Die heimische Wirtschaft würde von einer Ausweitung der kleinen Branche aber profitieren, da Mittelstandsfirmen mit weniger als 100 Mio. Euro Umsatz auf solche Finanzierungen angewiesen seien.

Mehr Transparenz angestrebt

Die „Alternative Investment Fund Managers“-Richtlinie (seit Juli in Kraft) soll Hedgefonds und Private Equity Fonds in der EU regulieren. Damit ist eine Zulassung verbunden, ebenso wie Eigenkapitalanforderungen und Offenlegungspflichten. Für kleinere Fonds sieht die EU Ausnahmen vor. So sollen Fonds, die mit weniger als 100 Mio. Euro dotiert sind (wenn sie Fremdkapital verwenden) bzw. 500 Mio. Euro, nur einer „eingeschränkten Zulassung“ unterworfen werden. Diese Ausnahmeregelung können die Nationalstaaten aber kippen.

In Österreich will die Finanzmarktaufsicht dem Vernehmen nach genau das tun. Damit würden heimische Fonds überhaupt erst von der Zulassung erfasst; denn diese sind meist mit weniger als 100 Mio. Euro dotiert. Die FMA verweist darauf, dass das Finanzministerium für die Umsetzung verantwortlich ist. Im Ministerium heißt es, über die Umsetzung sei noch nicht entschieden worden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.08.2011)

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