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Gute Bildung, aber zu wenige Kontakte

(c) Clemens Fabry
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Migranten auf Jobsuche fehlen vor allem Netzwerke, so das AMS. Solche Netzwerke würden gerade hoch Qualifizierten aber helfen, die eine oder andere Türe zu öffnen. Mentoren sollen helfen.

Wien/Hie. Unter den Klagen der heimischen Unternehmen ist der Fachkräftemangel ein Dauerbrenner. Gleichzeitig sind laut Daten der Statistik Austria 28 Prozent der Migranten für ihren aktuellen Job überqualifiziert. Unter den Österreichern sind es lediglich zehn Prozent. Damit sich Migranten auf dem österreichischen Arbeitsmarkt besser zurechtfinden, vermittelt ihnen die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Kooperation mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) und dem Österreichischen Integrationsfonds einen Mentor, der ihnen sechs Monate lang zur Verfügung steht.

Migranten fehle es für den raschen Berufseinstieg neben Sprachkenntnissen vor allem an persönlichen Netzwerken, so AMS-Vorstand Johannes Kopf. Solche Netzwerke würden gerade hoch Qualifizierten aber helfen, die eine oder andere Türe für ein Vorstellungsgespräch zu öffnen, so Kopf. An ebensolche gut Ausgebildete richtet sich das Mentoring-Programm. Seit den ersten Runden im Jahr 2008 haben sich laut Wirtschaftskammer 500 „Paare“ gefunden. Von den Mentees verfügten 83Prozent über einen Hochschulabschluss, weitere 14Prozent über die Matura.

 

40Prozent fanden einen Job

Bei den Mentoren handle es sich großteils um Unternehmer. 13 Durchgänge seien bereits abgeschlossen, derzeit liefen noch drei in Tirol, der Steiermark und Vorarlberg. Demnächst starten Durchgänge in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich. Die meisten Mentees kamen bislang aus dem Finanzwesen und dem Handel.

Wie hoch die Erfolgsquote des Projekts ist, kommt wohl darauf an, woran man den Erfolg misst: Bisher konnten knapp 40 Prozent der betreuten Migranten auf dem österreichischen Arbeitsmarkt Fuß fassen, 26Prozent im Rahmen eines Dienstverhältnisses, fünf Prozent als Selbstständige. Acht Prozent sind in Praktika untergekommen. Der Großteil der Betreuer wendet zwischen fünf und sieben Stunden pro Monat für diese Tätigkeit auf.

In den ersten sechs Monaten des Jahres lag die Ausländerarbeitslosigkeit bei 9,8Prozent, unter den Österreichern waren es 6,5Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.08.2011)