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Bisher größter Hackerangriff aufgedeckt

Computerkriminalit�t - computer crime
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72 Organisationen, Regierungen und Unternehmen wurden jahrelang ausspioniert. Darunter das UN-Sekretariat in Genf, die US-Regierung und das Internationale Olympische Kommitee.

72 internationale Organisationen, Regierungen und Unternehmen wurden seit Jahren systematisch von Hackern ausspioniert. So lautet die Bilanz des bisher größten Hackerangriffs. Aufgedeckt wurden die Attacken von dem Sicherheitssoftware-Unternehmen McAfee, das am Mittwoch einen 14-seitigen Report veröffentlichte. Die Experten gehen davon aus, dass die von ihnen "Operation Shady RAT" genannte Aktion von zentraler Stelle aus gefahren wurde. Die frühesten Angriffe konnten sie für 2006 nachweisen.

China unter Verdacht

Angesichts der Liste der prominenten Opfer, halten es Sicherheitsexperten für wahrscheinlich, dass der Angriff von China aus organisiert wurde, berichtet Reuters. McAfee selbst will nicht über Schuldzuweisungen spekulieren. Die Opfer umfassen die Regierungen der USA, Taiwan, Indien, Südkorea, Vietnam und Kanada. Außerdem waren der Verband Südostasiatischer Nationen (ASEAN), das Internationale Olympische Kommitee (IOC), die Internationale Anti-Doping-Agentur und viele andere Organisationen Ziel. Auch in der Schweiz und in Deutschland gab es Ziele.

Am längsten wurde das Olympische Kommitee von den Hackern ausspioniert. Insgesamt dauerte der Angriff in diesem Fall 28 Monate, berichtet McAfee. Die Attacke fällt dem Bericht zufolge ausgerechnet in den Bewerbungszeitraum von Peking für die Olympischen Spiele 2008. 

Geheimdokumente, Verträge, E-Mail-Archive

Laut McAfee haben es die Angreifer in allen Fällen auf geheime Informationen abgesehen gehabt. Darunter Geheimdokumente von Regierungen, Dokumentationen von diversen Verhandlungen, E-Mail-Archive, Detaildaten zu Öl- und Gasfeld-Auktionen, Verträge und vieles andere. Die kopierten Informationen könnten in den falschen Händen einen enormen wirtschaftlichen Schaden anrichten, schreibt McAfees Internet-Sicherheits-Experte Dimitri Alperovitch. Alle 72 Ziele wurden von dem Sicherheitsunternehmen informiert. 

 

(Red.)