Was ist Österreich-typisch? Die Hütchenspieler

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Über die Mühen der Heimkehr an einem dieser Samstage.

Grenzübertritte sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren. Wer jetzt – Stichwort Part of the Game = End of the Game – an Grenzüberschreitungen politischer oder krimineller Natur (und ob es einen Unterschied gibt!) denkt, sollte sich an einen Arzt oder Apotheker wenden. Kehren wir zum Ausgangspunkt zurück. Wenn wir also zum Ausgangspunkt, sagen wir, einer Reise zurückkehren, ist es ja neuerdings schlechterdings unmöglich, sagen wir, nach Österreich, sagen wir, mit dem Pkw zu fahren und Mitfahrern seufzend mitzuteilen: Kinder, genau jetzt sind wir wieder in Österreich. Woran erkennt man, wann man sich exakt in Gemarkungen bewegt, in denen der Asfinag Tribut gezollt werden muss?

Die Antwort lautet: An den Hütchenspielern. Doch, das ist die Erkenntnis des „Sommers“ 2011. (Wenn es schon musikalisch keinen Sommerhit 2011 gibt). Warum, mögen Sie fragen? Weil in Österreich Hütchenspieler nicht feig auf Gehsteigen oder in Fußgängerzonen oder auf Autobahnparkplätzen lauern, sondern direkt auf der hochfrequent benützten Autobahn an einem der gefürchteten Hochsommer-An-und-Abreisetage aktiv sind. Wie das kommt? Wenn ich's nur wüsst'! Eines gilt jedenfalls als gesichert: In der Nacht auf den vergangenen Sonntag haben eben diese Hütchenspieler einen kilometerlangen Stau auf der A2 nicht genützt. Sondern selbst hervorgerufen. Laut glaubhaften Zeugenberichten wurden als Baustellenarbeiter getarnte Hütchenspieler gesichtet, die mit ihren Hütchen die an der inkriminierten Stelle dreispurige Autobahn auf eine Spur verschmälerten. Und das an einem dieser – haben wir es schon erwähnt? – Hochsommer-An-und-Abreisetage. Da könnte einem ja glatt der Hut, äh, das Hütchen hochgehen.

E-Mails an: dietmar.neuwirth@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 06.08.2011)

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