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Anonymous: Rachefeldzug gegen US-Polizei

A demonstrator wearing an Anonymous group mask attends an assembly against the Euro Pact and the
(c) REUTERS (Susana Vera)

Hacker haben mehr als zehn Gigabyte vertraulicher Daten von 76 US-Polizeistationen veröffentlicht. Auch in Syrien und Ecuador haben Anonymous-Anhänger zugeschlagen.

Aus Rache hat Anonymous der US-Polizei einen Online-Krieg erklärt. Die Hackergruppe veröffentlichte am Samstag eine Erklärung im Internet, wonach sie über einen Internet-Angriff an Informationen von 76 US-Polizeidienststellen gelangt ist, die zu einem großen Teil auch veröffentlicht wurden. Hintergrund ist die Verhaftung von Anonymous-Anhängern. Auch in Ecuador wurden Polizeiserver geknackt. In Syrien haben Anonymous-Anhänger die Webseite der Regierung mit einer Botschaft gegen das Regime versehen.

"Wir veröffentlichen eine massive Menge vertraulicher Informationen, die Polizeibeamte quer durch die USA blamieren, im Misskredit bringen und belasten werden", hieß es. Dies geschehe aus Solidarität mit in Großbritannien und in den USA verhafteten Hackern "und allen anderen politischen Gefangenen", die Opfer von Rechtsbeugung seien. Watchdog.org hat alle in Form von Torrent-Dateien veröffentlichte Daten durchgesehen. Darunter befinden sich Namen, Passwörter, Adressen und Telefonnummern von Polizeibeamten, aber auch detaillierte Daten zu Verbrechern.

In Ecuador haben Anonymous-Hacker Daten von 4500 Polizeibeamten veröffentlicht. In Syrien wurde die Webseite der Regierung geknackt und eine Botschaft hinterlassen, die seither unter dem Anonymous-Logo auf der Homepage prangt. "Alle Tyrannen werden fallen", steht dort. Die Nachricht schließt mit einem Aufruf an das Militär, das Volk zu beschützen.

Hacker "Topiary" festgenommen

Die britische Polizei hatte Ende Juli den mutmaßlichen Sprecher der Hackergruppen Lulz Security und Anonymous festgenommen. Ein Londoner Gericht setzte den unter den Pseudonym "Topiary" bekannten 18-Jährigen vergangene Woche bis zur weiteren Verhandlung unter Auflagen auf freien Fuß.

Ihm wird vorgeworfen, an Angriffen auf zahlreiche Websites beteiligt gewesen zu sein, darunter auch der Internet-Auftritt der britischen Behörde zur Bekämpfung organisierter Kriminalität (SOCA).

Lulz Security hatte sich in der Vergangenheit zudem zu einer Reihe spektakulärer Angriffe auf Webseiten von Unternehmen wie Sony und Nintendo und den US-Geheimdienst CIA bekannt. Zusammen mit Anonymous hatte LulzSec die Festnahme von 14 Verdächtigen durch US-Ermittler im Juli kritisiert, denen eine Beteiligung am Angriff auf den Online-Bezahldienst PayPal vorgeworfen wird.

PayPal war in die Kritik geraten, weil es die Annahme von Spenden an die Internet-Enthüllungswebsite Wikileaks eingestellt hatte, nachdem diese tausende geheime Dokumente des US-Außenministeriums veröffentlicht hatte.

(Ag. / Red.)